Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Kriegsspiele müssen nicht schlecht für das Hirn sein, wie eine Studie der Universität Genf zeigte.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Wer Kriegsspiele spielt entwickelt in bedeutendem Ausmass die kognitiven Fähigkeiten seines Hirns. Zu diesem Schluss kommen von der Universität Genf geleitete Auswertungen von Studien.

Seit den 1980er-Jahren wurde der Einfluss der Videospiele auf das menschliche Hirn immer wieder untersucht. Ein internationales Team unter der Leitung der Universität Genf hat nun alle verfügbaren Daten von 2000 bis 2015 ausgewertet.

"Das ist der einzige Weg, ein Gesamtbild des tatsächlichen Einflusses dieser Spiele zu haben", wird Daphné Bavelier, Professorin der Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaft der Universität Genf, in der Medienmitteilung vom Dienstag zitiert.

Während eines Jahres gingen Psychologen der Uni Genf zusammen mit den Universitäten Columbia, Santa Barbara und Wisconsin allen Artikeln, Thesen und Konferenzen nach und kontaktierten über 60 Forscher, um weitere Daten zu erhalten. Daraus folgten zwei Metaanalysen.

Insgesamt absolvierten 8970 Personen im Alter zwischen 6 und 40 Jahren psychometrische Tests, bei denen ihre kognitiven Fähigkeiten beurteilt wurden. Diese Fähigkeiten dienen zusammengefasst der Informationsverarbeitung.

Höhere Fähigkeiten bei Gamern

Zum Beispiel mussten sie auf einem Bild einen Hund neben anderen Tieren so schnell wie möglich finden. Zudem mussten sie zeigen, wie gut sie mehrere Sachen gleichzeitig erledigen und mit vorgegebenen Regeln umgehen können.

Dabei zeigte sich, dass die kognitiven Fähigkeiten der Gamer einen halben Variantenkoeffizient höher als jener bei Nicht-Gamern war. Diese Ergebnisse wurden im Fachblatt "Psychological Bulletin" publiziert.

Die Frage, ob diese Fähigkeiten schon vor dem Gamen da waren oder erst während des Spielens entwickelt waren, blieb offen. Deshalb wurde eine zweite Metaanalyse erstellt, ebenfalls aufgrund von Daten aus früheren Studien.

Damals wurden 2883 Männer und Frauen, die maximal eine Stunde pro Woche spielten, auf ihre kognitiven Fähigkeiten getestet. Danach wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste spielte Kriegs- und Zombie-Spiele.

Effekt bewiesen

Der zweite spielte als Kontrollgruppe SIMS, Puzzle oder Tetris. Und das während acht Stunden in acht Tagen und bis zu 50 Stunden in zwölf Wochen. Jede Person wurde danach erneut getestet. Die Action-Gamer wiesen eine höhere Entwicklung bei den kognitiven Fähigkeiten als die Spieler der Kontrollgruppe auf.

Die Forschungsergebnisse aus mehreren Ländern über mehrere Jahre zeigten, dass Action-Spiele den Weg für die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten ebnen würden, fasst Benoît Bediou, Forscher der psychologischen Fakultät der Universität Genf, zusammen.

Die Studienautoren betonen in den Mitteilung, dass diese positiven Effekte bei Gamern beobachtet wurden, die gleichmässig über mehrere Wochen und Monate gespielt hätten. Sie wurden keinen intensiven Spiel-Sitzungen ausgesetzt. Wie bei jeder Lernaktivität wiesen kurze Sitzungen und Wiederholungen die höchste Wirksamkeit auf.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










SDA-ATS