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Langgestreckte Bronzeskulpturen haben den Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti (1901-1966) berühmt gemacht. Seine markanten Werke haben aber auch Fälscher auf den Plan gerufen. In Stuttgart muss nun einer von ihnen für Jahre hinter Gitter.

Das Landgericht Stuttgart hat einen Kunsthändler aus Mainz wegen millionenschweren Kunstbetrugs zu sieben Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte gestanden, Skulpturen Alberto Giacomettis, die gefälscht worden waren, verkauft zu haben.

Der 62-Jährige war Drahtzieher einer Fälscherbande, die Sammler um rund neun Millionen Euro betrogen hat. Ein Gerichtssprecher bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte.

Bei dem am Montag verkündeten Urteil handelt es sich um eine Gesamtfreiheitsstrafe. Denn der Kunsthändler war bereits Anfang 2010 wegen Betrugs mit Giacometti-Fälschungen zu fast drei Jahren Haft verurteilt worden. Gegen einen 60 Jahre alten nicht geständigen Angeklagten wird der Prozess fortgesetzt.

Geheimes Lager ausgehoben

Im August 2009 war in Mainz ein geheimes Lager mit rund 1000 gefälschten Bronzen des Bildhauers ausgehoben worden. Viele weitere Skulpturen waren bereits an private Sammler verkauft worden.

Laut Anklage wurde den Kunden erzählt, die Bronzen des Bildhauers stammten aus einem von den Erben Giacomettis geheim gehaltenen Fundus. Zum Beweis der Echtheit seien gefälschte Zertifikate gezeigt worden.

Zur Stützung der fantasievollen Legende sei zudem ein Buch mit dem Titel "Diegos Rache" vorgelegt worden. Die Skulpturen trugen nach Darstellung der Anklage die für den Künstler typischen Signaturen und ebenfalls gefälschte Stempel der Giesswerkstätten.

Der Bergeller Bildhauer, Maler und Grafiker Giacometti ist vor allem durch seine Plastiken international berühmt geworden. Seine Werke sind Millionen wert. Die Figur eines schreitenden Mannes ziert die Rückseite der 100-Franken-Banknote.

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SDA-ATS