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Weltweit haben die Börsen am Montag die angekündigte Banken-Rettung in Spanien zunächst bejubelt. Im Laufe des Tages mehrten sich aber die skeptischen Stimmen.

Die spanische Regierung hatte am Wochenende nach langem Zögern beschlossen, bis zu 100 Mrd. Euro an EU-Hilfe in Anspruch zu nehmen, um seine angeschlagenen Banken zu stützen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und die meisten Experten begrüssten die Entscheidung Madrids, die Finanzspritze in Anspruch nehmen zu wollen.

"Der Schritt ist ein Befreiungsschlag, aber keine endgültige Lösung", fasste Bankenanalyst Oliver Flade von Allianz Global Investors die Einschätzung vieler Fachleute zusammen. Denn die Milliardenhilfe erhöht den Schuldenstand Spaniens stark.

"Die Hilfen sind kurzfristig positiv zu sehen, trotzdem stellt sich die Frage, inwieweit sich der spanische Staat zukünftig finanzieren kann", sagte Flade. Die steigenden Schulden machten es schwieriger, Geld auf dem Anleihemarkt aufzunehmen.

Der Ökonom Ralph Solveen von der Commerzbank spekulierte zudem, dass Spanien möglicherweise schon bald ganz unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen könnte. Auch ein Hilfsantrag Italiens könnte "nur eine Frage der Zeit sein". Die vermehrte Auszahlung von Geld aus den Rettungsschirmen EFSF und ESM komme aber der Einführung von Euro-Bonds, also gemeinschaftlicher Anleihen der Europartner, gleich - was die deutsche Regierung ja eigentlich ablehne.

Noch kein Entwurf

Ein EU-Diplomat verwies darauf, dass es noch nicht einmal einen Entwurf der Bedingungen für die Spanien-Hilfen gebe. Es müssten aber nicht überlebensfähige Banken abgewickelt und die Transparenz für den Sektor erhöht werden. Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands forderte, dass die EU-Kommission den Einsatz der Rettungs-Milliarden überwachen müsse, um wettbewerbswidrige Beihilfen zu verhindern.

Die Auszahlung von bis zu 100 Milliarden Euro für die Rettung spanischer Banken wäre nach Brüsseler Lesart keineswegs übertrieben. Die Eurogruppe habe sich gerade deshalb auf einen solch hohen Betrag inklusive Sicherheitspuffer geeinigt, "um allen Eventualitäten und selbst düstersten Szenarien vorzubeugen", sagte EU-Kommissionssprecher Amadeu Altafaj Tardio.

Der SMI (Swiss Market Index) spiegelte die Abkühlung der Stimmung im Tagesverlauf. Der Leitindex der Schweizer Börse legte zunächst zu. Doch zum Handelsschluss stand er nur 0,04 Prozent im Plus.

SDA-ATS