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Der Irawadidelfin lebt in südostasiatischen Küstenregionen und gilt als stark gefährdet.

KEYSTONE/AP Isabel Beasley

(sda-ats)

Exzessive Landwirtschaft und die zunehmende Urbanisierung bedrohen die wilden Verwandten von Feldfrüchten wie Reis und Weizen. Das gefährde auch die Ernährungssicherheit, teilte die Weltnaturschutzunion (IUCN) mit.

Um Feldfrüchte zu entwickeln, die mit dem Klimawandel klarkommen, "müssen wir die wilden Verwandten dieser Feldfrüchte bewahren", sagte Jane Smart, Direktorin für Biodiversität der IUCN, am Dienstag bei der Vorstellung der aktualisierten Roten Liste der IUCN in Tokio. Denn die wilden Verwandten enthalten die genetische Vielfalt, die für die Zucht von widerstandsfähigerem Saatgut wichtig sein dürfte.

Erstmals untersuchte die IUCN 25 Arten von wildem Reis. Drei davon seien bedroht, hiess es. Von den 26 erfassten Arten an wildem Weizen seien zwei bedroht, von 44 Arten wildem Yams 17. Diesen wilden Verwandten unserer Nutzpflanzen mangelt es inzwischen an Platz zum Überleben. Vielerorts werden ihre natürlichen Lebensräume durch Bebauung oder durch zu intensive Beweidung zerstört, wie die IUCN mitteilte. Hinzu kommt der übermässige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft.

"Wir nehmen uns den Spielraum, für unsere Ernährung wichtige Pflanzen durch Forschung und Züchtung gegen immer extremer werdende klimatische Bedingungen und deren Folgen zu wappnen. Zukünftigen Generationen fehlen somit möglicherweise wichtige Optionen, um die Welternährung zu sichern", kommentierte Christoph Heinrich vom Vorstand der Umweltstiftung WWF. "Die Landwirtschaft der Zukunft muss daher raus aus ihrer starken Abhängigkeit von wenigen Pflanzensorten, künstlichen Düngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln."

Elementar für Ernährung

"Gesunde, artenreiche Ökosysteme sind elementar für unsere Fähigkeit, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren" und den Hunger in der Welt zu besiegen, so IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. Es gehe um "unsere Zukunft".

Exzessive Landwirtschaft und Fischerei, Entwaldung und die zunehmende Urbanisierung bedrohen auch immer mehr Tierarten. So ist die Zahl der vor allem in südostasiatischen Küstenregionen lebenden Irawadidelfine (Orcaella brevirostris) und die der Glattschweinswale (Neophocaena asiaeorientalis) so drastisch zurückgegangen, dass beide Arten inzwischen als stark gefährdet gelten. Bei dem Delfin haben sich laut der Weltnaturschutzunion die Bestände in den vergangenen 60 Jahren mehr als halbiert.

Eine Variante des Gewöhnlichen Ringbeutlers (Pseudocheirus peregrinus occidentalis) stehe wegen des zunehmenden heissen Klimas in Australien inzwischen sogar kurz vor dem Aussterben. Für drei auf Australiens Weihnachtsinsel gefundene Reptilienarten gibt es gar keine Hoffnung mehr. Sie gelten in freier Natur nun als ausgestorben.

Kleiner Lichtblick

Lichtblick auf der Roten Liste sind zwei Kiwi-Vogelarten auf Neuseeland. Sie sind nun nicht mehr stark gefährdet, nachdem man energisch gegen Ratten und Wiesel vorgegangen und zudem Eier der Vögel geschützt hatte.

Experten haben für die Rote Liste rund 91'500 Arten unter die Lupe genommen. Das ist ein Bruchteil der geschätzten zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten. Von den untersuchten Arten sind nach Erkenntnis der Experten gut 25'000 bedroht. Die Zahl in der Kategorie "vom Aussterben bedroht" beläuft sich auf 5583. Die Zahl der gänzlich ausgestorbenen Arten gab die IUCN mit 866 an.

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SDA-ATS