Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Dem FC Basel gelingt am vorletzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase der Coup des Jahres: Der Schweizer Meister besiegt das zuvor in 15 Europacup-Spielen ungeschlagene Manchester United 1:0.

Die erstaunlichen Bebbi haben sich mit dem Triumph eine Ausgangslage geschaffen, die verlockender nicht sein könnte. Vor der letzten Runde am 5. Dezember rückte der Schweizer Titelhalter auf Kosten des punktgleichen ZSKA Moskau auf Position 2 vor. Aufgrund der besseren Tordifferenz im Direktduell mit den Russen besitzt der FCB vor seiner Partie beim nach fünf Fehltritten ambitionslosen Tabellenletzten Benfica Lissabon glänzende Perspektiven, erstmals seit 2015 wieder unter die Top 16 Europas vorzustossen.

Michael Lang, der nicht zu stoppende Abwehrmann und Spezialist für spektakuläre Vorstösse, düpierte Manchester in der 89. Minute mit dem 1:0. Die United kollabierte spät, im 25. Spiel der fünf Premier-League-Exponenten resultierte erst die zweite Niederlage der aktuellen Champions-League-Kampagne. Und José Mourinho erstarrte an der Seitenlinie: Im vierten Vergleich mit Basel erlitt "The Special One" innerhalb von vier Jahren den dritten Fehltritt - für einen Speziellen keine speziell überzeugende Bilanz.

"Das Glück, das Selbstbewusstein, die Leidenschaft, die Qualität im Kollektiv - alles muss hundertprozentig stimmen." Raphael Wicky hatte bei der Vorbesprechung seines bislang bedeutendsten FCB-Heimspiels seit seiner Ernstkampf-Premiere vor 123 Tagen im Detail festgehalten, was nötig sein würde für ein positives Ergebnis gegen den renommiertesten und erfolgreichsten Verein aus England.

Der junge Chef an der Linie fand nicht nur die richtige Wortwahl, er gruppierte die Equipe einmal mehr so, dass sie auf der europäischen Bühne im richtigen Moment zur nötigen Stabilität und Formstärke fand. Im Tagesgeschäft sind die Bebbi wegen einiger Rückschläge im Fernduell mit YB erstmals seit 2012 ernsthaft unter Druck geraten, im Europacup hingegen gelingt dem Schweizer Branchenprimus gleichwohl immer wieder Verblüffendes.

Egal in welcher Besetzung, egal unter welcher Klubführung, Umbruch hin, Neuausrichtung her: An einem günstigen Abend bringt der FC Basel die Qualität und langjährige internationale Erfahrung auf den Platz, mit der sich selbst die Schwergewichte Europas schwertun. Wiederholt stoppte er dabei hochrangige Vertreter der britischen Money League - ausgerechnet die global finanzkräftigsten Vereine bemühten sich im St.-Jakob-Park schon mehrfach vergeblich um einen Sieg.

Mourinho pokerte falsch

Die prominenten Namen auf der Liste der Abwesenden, auf welche Mourinho freiwillig verzichtete, verdeutlichen, auf welche Ressourcen der Star-Trainer der United im Bedarfsfall zurückgreifen könnte: De Gea, Mata, Valencia, Mchitarjan und Young gehörten nicht zum Aufgebot, Professionals im Wert von rund 120 Millionen Euro - so viel setzt der gesamte FCB nur in einem sehr guten Geschäftsjahr um.

Der habe Vertrauen ins gesamte Kader, erklärte Mourinho kurz vor dem Kick-off in einem Interview mit einer englischen TV-Station: "Viele von ihnen verdienen es, in grossen Spielen eingesetzt zu werden - nicht nur in einfachen Cupspielen im eigenen Land." Der Mann, der in 13 Jahren 20 Trophäen gewonnen hat, irrte sich. Selbst die United kann sich an einem Champions-League-Abend keine Experimente leisten.

Trotz sieben Rochaden im Vergleich zur Startformation bei der 4:1-Kür am letzten Samstag im Heimmarkt gegen Newcastle kontrollierte der Favorit das Duell eine Halbzeit lang ohne Probleme. Der FCB-Keeper Tomas Vaclik hatte gleich mehrere heikle Szenen zu entschärfen - gegen Romelu Lukaku, den aktuell zweitbesten Torschützen der englischen Liga, und Anthony Martial brillierte der Tscheche mit Big Saves.

Dann aber entglitt dem passiven Giganten der Game-Plan, derweil sich die Einheimischen in der packenden Schlussphase spürbar mehr zutrauten und das Geschehen vermehrt in die Platzhälfte der Premier-League-Prominenz verlagerten. Serey Die, mit seiner Physis und Risikobereitschaft bis zu seinem verletzungsbedingten Out eine treibende Kraft, und Offensiv-Verteidiger Lang verschafften dem Aussenseiter zunächst glänzende Augenblicke - Zentimeter fehlten, dann trennte die Latte Basel, ehe Lang den grösstmöglichen Glücksmoment doch noch ermöglichte.

ZSKA Pflichtsieg wohl bedeutungslos

Bereits am frühen Abend (ab 18 Uhr) hatte mit ZSKA Moskau Basels Konkurrent um das Achtelfinal-Ticket im Einsatz gestanden. Obwohl die Russen beim 2:0 vor heimischem Publikum die Pflichtaufgabe gegen Benfica Lissabon erfüllten, wird ZSKA europäisch wohl in die Europa League ausweichen müssen.

Telegramm und Rangliste:

Basel - Manchester United 1:0 (0:0)

St.-Jakob-Park. - 36'000 Zuschauer. - SR Orsato (ITA). - Tor: 89. Lang (Petretta) 1:0.

Basel: Vaclik; Akanji, Suchy, Balanta; Lang, Serey Die (80. Fransson), Zuffi, Petretta; Steffen, Oberlin, Elyounoussi.

Manchester United: Romero; Darmian, Smalling, Blind, Rojo; Fellaini, Herrera; Lingard (63. Rashford), Pogba (66. Matic), Martial (74. Ibrahimovic); Lukaku.

Bemerkungen: FCB ohne Xhaka (gesperrt), Vailati, Van Wolfswinkel (beide verletzt), Manchester ohne Carrick (verletzt), De Gea, Mata, Valencia, Mchitarjan, Young (alle nicht im Aufgebot). 42. Pfostenkopfball von Fellaini. 45. Lattenschuss von Rojo. 67. Lattenkopfball von Lang. Verwarnung: 83. Darmian (Foul).

Rangliste: 1. Manchester United 5/12 (10:2). 2. Basel 5/9 (9:5). 3. ZSKA Moskau 5/9 (7:8). 4. Benfica Lissabon 5/0 (1:12).

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS