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Der lange Winter macht der Natur zu schaffen. In diesem Frühjahr ist die Vegetation im Vergleich zu den Vorjahren zwei bis drei Wochen im Rückstand. Zu spüren bekommen dies derzeit vor allem Igel und Rehe.

Unter dem Winter gelitten haben die Rehe im Kanton Bern, wie die vorläufigen Zahlen des Jagdinspektorats zeigen. "Wir haben bei den Rehen in diesem Winter die höchste Fallwildzahl seit Beginn der Zählungen vor rund 30 Jahren", sagte der Berner Jagdinspektor Peter Jüsy am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda.

Bislang haben die Wildhüter Berns 4100 tote Rehe gezählt. In den vergangenen rund 10 Jahren fanden sie jeweils zwischen 3100 und 3400 tote Tiere. Die Zahlen zu den gefundenen toten Hirschen lagen am Donnerstag noch nicht vor.

Bei den Gämsen stellt der Berner Jagdchef leicht höhere Zahlen fest: 373 tote Gämsen im Winter 2012/2013 im Vergleich zum Jahresdurchschnitt von 300 bis 330 toten Gämsen. Allerdings fanden im Lawinenwinter 1999 die Berner Wildhüter 718 tote Gämsen, wie Jüsy sagte.

Mensch und Hund geben den Todesstoss

"Besonders zuletzt sind die Fallwildzahlen bei den Rehen markant gestiegen", sagte Jüsy. Die Tiere seien nach dem langen Winter geschwächt und "lechzen nach grünen Flächen".

Stören Mensch und Hund die Rehe beim Äsen "gibt die Flucht vielen Tieren den Todesstoss; sie verhungern". Das Jagdinspektorat ist derzeit dabei, die Fallwildzahlen zu analysieren. Kommende Woche sollen genaue Resultate und Gründe vorliegen.

Beruhigung im Wallis

Bereits Anfang März hatte der Kanton Wallis darum gebeten, dem Wild Ruhe zu gönnen. Zwischen November und Februar zählten die Walliser Wildhüter 392 tote Rehe und 105 verendete Hirsche. Im Vergleich zu den Vorjahren raffte der Winter auch im Wallis überdurchschnittlich viele Rehe dahin.

Der Walliser Jagdchef Peter Scheibler rief insbesondere Hornsucher, Variantenskifahrer und Schneeschuhläufer dazu auf, keine Wildtiere aufzuscheuchen. Seit März hat das Wallis keine neue Zwischenbilanz gezogen, wie Scheibler am Donnerstag sagte. Unter dem Strich rechne er bei den Fallwildzahlen aber mit einem durchschnittlichen Jahr.

Keine Probleme vermeldet der Kanton Graubünden: Da es dort in diesem Winter weniger Schnee als in Vorjahren gab und die tiefen Lagen bereits schneefrei sind, ist die Lage "entspannt". Gemäss Jagdinspektor Georg Brosi ist der Wildbestand im Bündnerland sogar "eher hoch". Ausser dem etwas verspäteten Frühlingsbeginn "hatten wir einen normalen Winter".

Igel hungern

Die lange Kälte macht aber den Igeln zu schaffen. Diese erwachen derzeit aus dem Winterschlaf und sind hungrig. Weil aber ihr Futter noch nicht wächst, sind sie darauf angewiesen, gefüttert zu werden, wie Anneliese Girlich der Igelstation Rheinfelden in der "Tagesschau" von SRF am Mittwochabend sagte.

Igel bräuchten Wasser, aber keine Milch. Als Futter sei Katzenfutter geeignet, aber beispielsweise keine Äpfel. Und Igel dürften nur solange gefüttert werden, bis es grünt und spriesst. Dann müssten Igel wieder sich selbst überlassen werden.

Bauern spät dran

Die lange Kälte bringt auch die Terminpläne der Bauern durcheinander. Doch "die Situation ist noch nicht dramatisch und regional unterschiedlich", sagte Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV). "Aber es ist an der Zeit, dass das Wetter besser wird."

Die Wärme würde Gras auf Wiesen und Weiden wachsen und auch die Frühlingssaat spriessen lassen. "Die Futtervorräte sind noch gut", beruhigte Schneider. Schlimmer sei es für die Gemüse- und Ackerbauern. Diese hätten bislang mit der Aussaat zuwarten müssen.

"Bei den Frühkartoffeln sind wir rund 14 Tage hintendrein", erklärte swisspatat-Geschäftsführerin Christine Heller. Derzeit sei aber noch genug Schweizer Ware an Lager. Ob Kartoffeln importiert werden müssen, hänge vom Wetter im April und Mai ab. Um die Haupternte mache sie sich aber keine Sorgen.

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SDA-ATS