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Ein Chauffeur aus dem Kanton Thurgau griff ein, als eine Fussgängerin unter einen Sattelschlepper geraten war. Er wird nun als "Ritter der Strasse" geehrt - bereits zum zweiten Mal in seinem Leben. Vor 29 Jahren rettete er einen Autofahrer vor dem sicheren Tod.

Am 13. Februar 2015 kurz vor 15.45 Uhr stand Daniel Braunwalder in Wil SG mit seinem Lastwagen an einer Kreuzung. Auf der Gegenfahrbahn setzte sich ein Sattelschlepper bei Grün in Bewegung, um auf die Autobahneinfahrt einzubiegen.

Der Fahrer bemerkte aber nicht, dass sich immer noch zwei Frauen auf dem Fussgängerstreifen befanden, obwohl die Ampel bereits auf Rot gewechselt hatte. Daniel Braunwalder erkannte die heikle Situation sofort. Er hupte und benutzte die Lichthupe, um den Chauffeurkollegen zu warnen.

Eine der Frauen war gestürzt und kam kopfvoran unter den Anhänger zu liegen. Der Chauffeur des Sattelschleppers wurde im letzten Moment auf die Zeichen von Braunwalder aufmerksam und hielt sein Fahrzeug an. Sekunden später wäre die Frau von den Hinterrädern des Sattelschleppers überrollt worden.

Daniel Braunwalder sei zu verdanken, dass der Unfall glimpflich ausging und die Frau aus eigener Kraft unter dem Anhänger hervorkriechen konnte, sagte Peter Harri vom Schweizerischen Nutzfahrzeugverband Astag am Dienstag bei der Preisverleihung in St. Gallen.

"Einmal ein Ritter, immer ein Ritter"

Braunwalder wurde für sein Verhalten von der Aktion "Ritter der Strasse" ausgezeichnet. Er sei auch ein Vorbild für andere. Bei einem Verkehrsunfall könne jeder Bürger durch beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindern, ja sogar Leben retten, sagte Harri.

"Einmal ein Ritter, immer ein Ritter", sagte Harri über den 46-jährigen Lastwagenchauffeur. Bereits vor 29 Jahren erhielt Daniel Braunwalder die Auszeichnung "Ritter der Strasse". Er sei damals als 17-Jähriger nach dem Ausgang auf einer Brücke beim Binnenkanal in Widnau gestanden. Plötzlich habe er Lärm gehört von quietschenden Reifen.

Auch damals habe er instinktiv gehandelt. Daniel Braunwalder sprang in den Kanal, stemmte die Autotüre auf und zog den Fahrer heraus. Ohne sein beherztes Eingreifen wäre der Mann ertrunken. Er gebe sich Mühe, auch weiterhin ritterlich zu handeln, sagte der Familienvater.

In den vergangenen 46 Jahren wurden von der Aktion "Ritter der Strasse" 465 Verkehrsteilnehmer, davon 52 Frauen, für ihr mutiges und rücksichtsvolles Verhalten ausgezeichnet. Der Kanton St. Gallen liegt mit 24 Rittern auf Platz 5.

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SDA-ATS