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Ledeckas Ski-Coup und Deutschlands Hockey-Märchen

Mit ihrem Coup bei den Skifahrerinnen schreibt die Snowboarderin Ester Ledecka an den Winterspielen die Olympia-Story schlechthin. Auch das deutsche Eishockey-Team spielt sich ins Langzeit-Gedächtnis.

102 Gold-Entscheidungen, so viele wie noch nie, brachten die Olympischen Spiele in Südkorea. Tausende Storys verbargen sich hinter den nackten Zahlen. Und einige davon werden so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Diejenige von Shaun White etwa, der mit 31 Jahren dank des gewonnenen Generationenduells gegen den jungen Japaner Ayumu Hirano noch einmal auf den Halfpipe-Thron der Snowboarder zurückkehrte.

Oder jene des deutschen Eishockey-Nationalteams, das in Abwesenheit der NHL-Akteure mit dem Finalvorstoss ein neues "Miracle on Ice" inszenierte. Nur eine knappe Minute trennte den Bezwinger des Schweizer Teams im Final gegen die wackelnden Russen von der Gold-Sensation.

Ein Double für die Geschichtsbücher

Die grösste Geschichte schrieb in Südkorea aber zweifellos Ester Ledecka, die Frau ohne Make-up und mit Skibrille im Gesicht. Mit ihrem Sieg im Super-G der alpinen Skirennfahrerinnen schaffte die 22-jährige Snowboard-Weltmeisterin einen Coup sondergleichen. In der Wildnis von Jeongseon düpierte die Teilzeit-Skifahrerin sämtliche Favoritinnen - Anna Veith, der IOC-Präsident Dirk Bach bereits zum Sieg gratuliert hatte, blieb Silber, Lara Gut nichts. Statt Bronze gabs für die Tessinerin Platz 4.

Weniger überraschend kam Ledeckas zweiter Triumph eine Woche später im Parallelriesenslalom der Snowboarderinnen. In ihrer Kerndisziplin trat die Pragerin mit der spannenden Vita als grosse Favoritin an und hielt dem Druck stand.

Als erste Athletin triumphierte sie an den gleichen Winterspielen in zwei verschiedenen Sportarten. Dass mit der Niederländerin Jorien ter Mors eine zweite Athletin Medaillen in zwei Sportarten errang, ging in diesem Kontext unter. Die 28-Jährige gewann nebst Gold im Eisschnelllauf über 1000 m Bronze im Shorttrack mit der Staffel.

Russische Genugtuung

Für das unter neutraler Flagge angetretene russische Rumpfteam endeten die Spiele mit dem avisierten Prestige-Erfolg im Eishockey und einer Portion Genugtuung. Die Norweger und die Deutschen nutzten den Russland-Bann derweil zu Medaillenrekorden. Bis zuletzt lieferten sich die beiden Nationen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die meisten goldenen Auszeichnungen (das mit je 14 Triumphen unentschieden ausging).

Die Norwegerin Marit Björgen avancierte dabei zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin aller Zeiten. Fünf Medaillen fügte die 37-jährige, nunmehr achtfache Olympiasiegerin aus Trondheim ihrer Sammlung in den Langlauf-Wettbewerben hinzu.

Haften, wenn auch nicht aus sportlichen Gründen, bleibt von den bisweilen skurrilen Spielen in Südkorea auch das gemischte koreanische Frauen-Nationalteam im Eishockey. Sportlich überfordert und intern zerrissen, aber mit einer politisch wichtigen Botschaft hinterliess die geeinte Equipe einen ähnlich zwiespältigen Eindruck wie die von Kim Jong-un entsandte nordkoreanische Cheerleader-Formation in den Zuschauerrängen diverser Arenen.

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