Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der Chef der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord in Italien, Umberto Bossi, ist am Donnerstag zurückgetreten. Der Vorsitzende und Gründer der föderalistisch-gesinnten Partei zog damit die Konsequenzen aus einem ausgedehnten Skandal um illegale Parteienfinanzierung, der ihn und seine Familie schwer belastet.

Aus Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft geht hervor, dass Bossi und der Ex-Reformenminister der Lega, Roberto Calderoli, Gelder aus den Parteikassen entwendet haben sollen.

Schwere Vorwürfe wurden auch gegen Bossis Söhne, Renzo und Riccardo, erhoben. Renzo Bossi, zweiter Sohn Umberto Bossis, wird verdächtigt, aus dem Hauptquartier der Partei Dokumente geschafft zu haben, aus denen hervorgehen soll, dass er illegal Geld aus den Parteikassen erhalten hatte.

Auch Ex-Schatzmeister zurückgetreten

Bossi Junior, Mitglied des lombardischen Regionalrats, habe aus Angst vor Kontrollen die Dokumente aus dem Lega-Hauptquartier verschwinden lassen, wie aus der Abhörung eines Telefongesprächs zwischen einer Sekretärin der Lega und dem ehemaligen Schatzmeister der Lega Nord, Francesco Belsito, hervor geht.

Dieser war ebenfalls im Sog der Affäre zurückgetreten. Gegen ihn wird wegen Geldwäsche, Betrugs und illegaler Parteinfinanzierung ermittelt.

Mehr als 200'000 Euro aus den Parteikassen der Lega sollen illegal an Bossis Söhne sowie an die Lega-Gewerkschaft SinPa geflossen sein. Umberto Bossi selbst soll ausserdem der Partei Schwarzgelder zugeschanzt haben, deren Herkunft unklar ist, wie aus der Befragung der Sekretärin hervor geht.

Solidarität von Bossi-Anhängern

Vor dem Hauptquartier der Lega kam es am Donnerstag zu einer Solidaritätskundgebung für Bossi. "Bossi ist ein Opfer, er hat nichts von den intransparenten Geschäften Belsitos gewusst", versicherte ein Lega-Anhänger.

Der Bürgermeister von Verona und Lega-Spitzenpolitiker Flavio Tosi plädierte für mehr Transparenz in der Lega. "Die Partei braucht einen neuen Parteitag. Wir müssen unseren Anhängern klar machen, dass wir uns tiefgreifend erneuern wollen", sagte Tosi.

Der 70-jährige Bossi ist der Gründer der Lega Nord, der derzeit einzigen Oppositionspartei im italienischen Parlament. Die Gruppierung war bis zum Rücktritt von Premier Silvio Berlusconi im vergangenen November die zweitstärkste Regierungspartei in Italien.

SDA-ATS