Navigation

Lehrermörder Ded Gecaj hat gemäss Untersuchung Suizid begangen

Dieser Inhalt wurde am 24. November 2010 - 15:41 publiziert
(Keystone-SDA)

St. Gallen - Der St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj hat sich in seiner Zelle im Regionalgefängnis St. Gallen mit Stoffschlingen aus Kleidern erhängt. Dies haben rechtsmedizinische Untersuchungen und Abklärungen der Polizei ergeben.
Dritteinwirkung könne ausgeschlossen werden, teilte der zuständige Untersuchungsrichter Andreas Kopp am Mittwoch mit. Der 52-jährige Untersuchungshäftling Gecaj war am vergangenen Freitagmorgen tot in seiner Gefängniszelle gefunden worden.
Der Kosovare hatte Anfang 1999 in einer St. Galler Realschule den Lehrer seiner Tochter erschossen. Nach Ansicht der St. Galler Justiz hatte Gecaj seine Tochter sexuell missbraucht. Er hätte sich wegen seiner Straftaten in St. Gallen vor Gericht verantworten müssen.
Die Befragung des Angeschuldigten zu den Vorwürfen stand kurz vor dem Abschluss. Vorgesehen war noch eine Konfrontations-Einvernahme Gecajs mit seiner Tochter.
Nach Bekanntwerden von Gecajs Tod vergangene Woche hatte die St. Galler Staatsanwaltschaft den Suizid zunächst nicht bestätigt. Sie zog einen Thurgauer Untersuchungsrichter bei, um den Fall unabhängig zu untersuchen. Es werde auch eine allfällige Mitverantwortung Dritter geprüft, hiess es.
Vorwürfe von Gecajs Familie
Dieses Vorgehen führt zu Spekulationen: So machte die Familie Gecajs in Medienberichten die St. Galler Justiz für den Tod des Häftlings verantwortlich. Gecaj selbst hatte seine Haftbedingungen kritisiert und sich über zu wenig Besuchsmöglichkeiten beklagt.
Der beigezogene Thurgauer Untersuchungsrichter kläre noch ab, ob Gecajs Haftbedingungen korrekt gewesen seien, teilte Staatsanwalt Thomas Hansjakob mit.
Flucht und Verurteilung in Kosovo
Ded Gecaj war nach der Tat in seine Heimat Kosovo geflüchtet. Dort wurde er verhaftet. Er gestand die Erschiessung des Lehrers, stritt jedoch ab, seine Tochter missbraucht zu haben. Gecaj wurde wegen Totschlags zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die er nur zur Hälfte absitzen musste.
Die St. Galler Justiz erachtete das Urteil als viel zu mild und beantragte die Auslieferung Gecajs. Ende August 2010 gab das Justizministerium in Kosovo grünes Licht. Am 2. September wurde Gecaj in Begleitung von Beamten der St. Galler Kantonspolizei in die Schweiz gebracht und in Untersuchungshaft gesetzt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen