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Bundesrätin Doris Leuthard (links) und Sophie Neuhaus, Vertreterin der Jugendverbände der Schweiz, machen bei ihrem Auftritt in New York ein Selfie.

KEYSTONE/EPA/JASON SZENES

(sda-ats)

Bundesrätin Doris Leuthard hat am Dienstag vor der Uno in New York erklärt, wie weit die Schweiz bei der Umsetzung der Agenda 2030 und deren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) ist.

In der Schweiz stiess der Länderbericht im Vorfeld auf teilweise harsche Kritik der Zivilgesellschaft. Im Länderbericht der Schweiz an die Uno zog die Regierung eine mehrheitlich positive Zwischenbilanz.

In ihrer Präsentation erklärte Leuthard, dass die Schweiz bei vielen Zielen, etwa zu Gesundheit, Bildung, Energie, Beschäftigung, Infrastruktur und Innovation, so wie beim Ziel 16 (friedliche und inklusive Gesellschaften), auf gutem Weg sei.

Sie nannte aber auch Bereiche, bei denen in der Schweiz Handlungsbedarf besteht, zum Beispiel im Umgang mit dem nicht-nachhaltigen Ressourcenverbrauch aufgrund des Konsumverhaltens im Inland und der Produktionsbedingungen für Güter, die in die Schweiz importiert werden. Ebenfalls Handlungsbedarf gibt es in Bereichen wie Biodiversität, dem Kampf gegen Bodenerosion oder der Revitalisierung von Wasserläufen.

Auch in anderen Bereichen brauche es weiterhin ein kontinuierlich hohes Engagement, um die SDGs erreichen zu können. Mit Blick auf den Grundsatz "niemanden zurücklassen" (leaving no one behind) der Agenda 2030, setze sich die Schweiz dafür ein, benachteiligte Bevölkerungsgruppen besser einzubinden, etwa Menschen mit Behinderungen, damit diese am Wohlstand des Landes partizipieren könnten.

Stimme der Jugend

Nicht nur Bundesrätin Leuthard ergriff vor der Uno das Wort: Die 29-jährige Sophie Neuhaus von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) erhielt die Gelegenheit, die Sicht der Zivilgesellschaft und der Jugend darzulegen. Dabei erklärte sie unter anderem, dass die Agenda 2030 für die Jugend eine besondere Bedeutung habe.

"Die Agenda 2030 bringt die jungen Menschen dazu, die Dinge ganzheitlich zu betrachten, so dass sie die Auswirkungen ihrer Handlungen auf ihre unmittelbare Umgebung und auch auf den Rest der Welt erkennen."

Zudem betonte sie, wie wichtig der Grundsatz "niemanden zurücklassen" der Agenda 2030 sei. Er bedeute, sich nicht mit Fortschritten für den Durchschnitt zufrieden zu geben. Sie forderte deshalb dazu auf, im nächsten Bericht zur nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz, der 2022 bei der Uno präsentiert wird, die Situation der verletzlichsten Bevölkerungskreise genauer zu analysieren.

"Nehme Vorwürfe ernst"

Zu den Vorwürfen der Plattform Agenda 2030, in der mehr als 40 Organisationen der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen sind, hatte Bundesrätin Leuthard vor ihrer Präsentation gegenüber der Agentur Keystone-SDA in New York erklärt, sie nehme die Vorwürfe ernst. Sicher gebe es in der Schweiz in verschiedenen Bereichen Handlungsbedarf.

Die Plattform erstellte unter dem Titel "Wir nachhaltig ist die Schweiz" ihren eigenen Bericht über die Herausforderungen des Landes mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung. Der mehr als 80 Seiten lange Bericht enthält 11 Empfehlungen zur Umsetzung der Agenda 2030. Er erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, erklärte Jürg Staudenmann von Alliance Sud gegenüber Keystone-SDA in New York.

Nebst der Respektierung der planetaren Grenzen und der Menschenrechte fordert die Plattform vor allem ausreichende Ressourcen für die Umsetzung, eine starke institutionelle Verankerung der Agenda 2030 innerhalb der Bundesverwaltung, die Ausrichtung der Legislaturpläne an der Agenda 2030 sowie die Stärkung der politischen Kohärenz für nachhaltige Entwicklung.

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