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Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben am Dienstag die Stadt Brega angegriffen und die Aufständischen erneut zurückgedrängt. Mit Panzern und Raketenwerfern beschossen die Regierungstruppen die strategisch wichtige Ölstadt.

Die Kontrolle des Hafens von Brega ist für die Aufständischen von besonderer Bedeutung: Über den Zugang zum Meer könnten sie Öl verschiffen und schwere Waffen importieren.

"Die Situation ist sehr schlecht", sagte der Rebellenkämpfer Kamal Mughrabi. Zwar erreichen immer neue Kämpfer der Aufständischen mit schweren Waffen die Front, doch bislang sind ihnen die Regierungstruppen noch weit überlegen.

Erst am Tag zuvor hatten sie die Stadt Brega mit Luftunterstützung der internationalen Streitkräfte eingenommen. Die NATO flog mit Hilfe anderer Länder auch am Dienstag weiter Angriffe gegen die Truppen Gaddafis.

Der Militärführer der libyschen Rebellen, General Abdulfattah Junis, kritisierte die Strategie der NATO bei ihren Luftangriffen auf Gaddafis Truppen scharf. Die NATO bombardiere oftmals zu spät und gehe nicht entschieden genug vor, sagte er in Benghasi.

Ein Drittel von Gaddafis Armee zerstört

Durch die internationalen Luftangriffe wurde der NATO zufolge bisher knapp ein Drittel der "militärischen Kapazitäten" Gaddafis zerstört. Die Einschätzung beziehe sich sowohl auf die Angriffe durch die "Koalition" als auch auf die seit sechs Tagen von der NATO geleitete Militäroperation, teilte NATO-General Mark van Uhm in Brüssel mit.

US-Kampfflugzeuge beteiligen sich vorerst wie angekündigt nicht mehr an den Angriffen. Die Maschinen wurden nach Angaben des US-Verteidigungsministerium in der Nacht aus dem Einsatz zurückgezogen. Die Kampfflieger bleiben aber in erhöhter Bereitschaft für etwaige NATO-Anfragen.

Diplomatische Bemühungen ohne Durchbruch

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges blieben auch am Dienstag erfolglos. Unter dem Druck des NATO-Militäreinsatzes hatte Gaddafi am Wochenende begonnen, sich international um eine diplomatische Lösung des Konflikts zu bemühen.

Türkische Regierungsvertreter sagten aber nach einem Besuch eines libyschen Sondergesandten, Rebellen und Regierung könnten sich nicht über die Zukunft von Gaddafi einigen. "Beide Seiten stehen sich unnachgiebig gegenüber".

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SDA-ATS