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Jerusalem - Der Streit um einen von der libyschen Gaddafi-Stiftung organisierten Frachter mit Hilfslieferungen für den Gazastreifen spitzt sich zu. Das Schiff stach am Samstag von Griechenland aus in See und steuerte offenbar trotz israelischer Warnungen den Hafen von Gaza an.
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak nannte den neuen Versuch, die Blockade zu durchbrechen, eine "überflüssige Provokation". Er riet den Organisatoren, den Frachter in die Häfen im israelischen Aschdod oder ägyptischen El Arisch einlaufen zu lassen.
Von dort könnten die Waren nach einer Sicherheitskontrolle in das Palästinensergebiet weitergeleitet werden. Der israelische Minister Jossi Peled warnte am Sonntag im Armeeradio, die Regierung werde dem Schiff nicht erlauben, seine Fracht im Hafen von Gaza zu löschen.
Israel befürchtet als Hilfen getarnte Waffenlieferungen an radikale Palästinenser, die das Land vom Gazastreifen aus regelmässig mit Raketen und Granaten beschiessen. Ein Armeesprecher sagte, die israelische Marine sei "auf der Hut" und verfolge die Route des Schiffes aufmerksam.
Ende Mai hatten israelische Spezialkräfte in internationalen Gewässern eine Hilfsflotte für die Menschen im abgeriegelten Gazastreifen gewaltsam gestoppt. Dabei waren neun türkische Staatsbürger ums Leben gekommen. Der Angriff war international scharf verurteilt worden.
Widersprüchliche AngabenDas unter moldauischer Flagge fahrende Schiff "Amalthea" hatte am Samstagabend den griechischen Hafen Lavrio 60 Kilometer südöstlich von Athen verlassen. In drei bis vier Tagen wird es vor der Küste des Gazastreifens erwartet.
Der Frachter hat nach Angaben der Gaddafi-Stiftung 2000 Tonnen Medikamente und Nahrungsmittel geladen. Insgesamt seien 21 Menschen an Bord, darunter 12 Besatzungsmitglieder.
Israel hatte zuvor erklärt, eine direkte Lieferung der Hilfen nach Gaza auf diplomatischem Wege gestoppt zu haben. Der Geschäftsführer der Stiftung, Jussef Sawan, widersprach den israelischen Angaben allerdings. "Das Schiff steuert wie geplant Gaza an", sagte Sawan am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

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SDA-ATS