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McDonald's Schweiz hat seine Lohnstrukturen auf Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern durchleuchten lassen. Damit ist das Gastrounternehmen eine Ausnahme: Auch drei Jahre nach seiner Lancierung bleibt der Lohngleichheitsdialog hinter den Erwartungen zurück.

Bislang haben sich 21 Unternehmen zur Beteiligung am Dialog entschlossen, der von den Sozialpartnern März 2009 zur Durchsetzung des Verfassungsgrundsatzes "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" angestossen worden war.

Christine Michel, Mitglied der Sektorleitung Dienstleistungsberufe bei der Gewerkschaft Unia, sagte am Freitag vor den Medien, das Ziel des Lohngleichheitsdialogs sei bisher "klar verfehlt" worden. Luzius Mader, Vizedirektor des Bundesamtes für Justiz und Mitglied der Projekt-Trägerschaft, pflichtete ihr bei: Die Beteiligung liege "ganz klar unter den Erwartungen".

Gemäss dem vorgegebenen Ziel der Trägerschaft sollen bis zum voraussichtlichen Ende des Projektes im März 2014 insgesamt 100 Unternehmen auf die Einhaltung der Lohngleichheit überprüft werden. "Noch bleiben zwei Jahre Zeit, um das Ziel zu erreichen", sagte Mader. Es bestehe zudem die Möglichkeit, den Dialog um zwei Jahre zu verlängern.

Zusätzliche Anstrengungen seitens der Trägerschaft seien aber unerlässlich, sagte Mader. So werde man in Zukunft vermehrt aktiv auf Unternehmen zugehen.

Positives Beispiel

Eine Signalwirkung erhofft sich Mader von positiven Beispielen. Als solches führte er die Fastfood-Kette McDonald's Schweiz ins Feld, die am Freitag die Resultate der Lohnüberprüfung präsentierte. Demnach beträgt die "nicht erklärbare" Lohndiskrepanz im Unternehmen 0,7 Prozent oder 28 Franken im Monat.

Gabriela Leone, Human Resources Director bei McDonald's Schweiz, zeigte sich "sehr zufrieden mit den Resultaten". Die Lohndiskrepanz liege "klar unter 5 Prozent" und damit unter dem vom Lohngleichheitsdialog definierten Toleranzwert.

Die Gewerkschaftsvertreterin Christine Michel relativierte den positiven Befund allerdings. Im Gastgewerbe bestehe zwischen Frauen- und Männerlöhnen eine Diskrepanz von rund 10 Prozent - der Lohnunterschied liege damit deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt. Die Löhne im Detailhandel würden etwa um mehr als 18 Prozent auseinanderklaffen, sagte Michel.

Gesetze statt Freiwilligkeit

Gerade die Detailhändler glänzen im Lohngleichheitsdialog aber ebenso wie die Banken mit Abwesenheit. Den Dialog positiv abgeschlossen haben bis heute etwa die Post, die Swisscom sowie die Novartis. In der Prüfung befinden sich unter anderen die SBB und die Bundesverwaltung.

SDA-ATS