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Die Piloten der Lufthansa wirbeln mit ihrem inzwischen neunten Streik den Flugplan von Europas grösster Airline erneut durcheinander. Von einer Lösung scheinen die Streitparteien zudem weiter entfernt zu sein denn je.

Wegen des Streiks, der am Montagmittag begann, streicht die Lufthansa 1350 von insgesamt 2800 Flügen, wie die Airline am Montag mitteilte. Insgesamt seien etwa 150'000 Fluggäste von den Streiks betroffen.

Die Lufthansa hob hervor, dass mit dem Sonderflugplan rund 1450 der planmässigen Flüge durchgeführt werden konnten. Am Montag sollten auch sämtliche Langstreckenflüge ab Deutschland starten. Lufthansa Cargo konnte zudem über 90 Prozent seiner Transportflüge durchführen. Das Unternehmen informierte 56'000 Kunden per SMS und 30'000 Kunden per E-Mail über Änderungen ihrer Flüge.

Die Lufthansa veröffentlichte auch eine Liste aller Kurz- und Mittelstreckenverbindungen, die dem Streik der Piloten zwischen 12.00 Uhr am Montag bis Dienstag um Mitternacht zum Opfer fallen. Ab Dienstagnacht sind zusätzlich auch Langstrecken- und Frachtflüge betroffen.

Swiss nicht betroffen

Aus der Liste geht hervor, dass 30 Verbindungen mit Zürich und 14 mit Genf an den beiden Streiktagen gestrichen werden. Die Töchter Swiss, Austrian Airlines, Germanwings und Air Dolomite sind von dem Streik nicht betroffen.

Die Pilotenvereinigung Cockpit hat den Flugverkehr der deutschen Airline zwar massiv eingeschränkt, nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers lief es an den Flughäfen dennoch "verhältnismässig ruhig und geordnet" ab. Die Passagiere hätten sich offenbar gut auf den 36-stündigen Streik eingestellt.

Der Konzern forderte die Pilotenvereinigung Cockpit auf, "unverzüglich" wieder die Gespräche aufzunehmen. In den vergangenen Wochen habe es in den Verhandlungen bereits deutliche Annäherungen gegeben.

Hintergrund des Streiks ist ein Streit mit der Konzernführung um die betriebliche Frührente der Piloten. Die Lufthansa will die Altersgrenze dafür anheben, Cockpit lehnt dies ab und machte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach mit Streiks Druck.

Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg verteidigte die Streiks als Frage über eine "Grundeinstellung". Die Lufthansa wolle sich der tariflichen Schutzvorrichtungen möglichst entledigen. Die Übergangsversorgung für Piloten sei aber "fast kostenneutral". Die Kosten lägen ungefähr bei 0,1 Prozent der Gesamtkosten.

Billig-Strategie des neuen Chefs

Strittig sind zudem die Gehälter der Piloten und die künftige Billig-Strategie des neuen Konzernchefs Carsten Spohr. Beim Billigableger Eurowings und einer geplanten Billigtochter für die Langstrecke gilt der Konzerntarifvertrag nicht.

Piloten und Flugbegleiter verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen in den Maschinen der Lufthansa. Auch die komfortable Übergangsversorgung vor dem Renteneintritt kommt ihnen nicht zugute.

Zuletzt war im Oktober bei der Lufthansa gestreikt worden. In der Tarifauseinandersetzung mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April knapp 6000 Flüge wegen Arbeitsniederlegungen der Piloten streichen.

Die Kosten für alle Streiks seit Jahresbeginn - darunter auch Ausstände von Beschäftigten an den Flughäfen - bezifferte das Unternehmen auf bislang rund 170 Mio. Euro.

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SDA-ATS