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Frankreichs Präsident Macron gedachte zusammen mit dem israelischen Ministerpräsidenten in Paris den Opfern des Holocaust in Frankreich. (Archiv)

KEYSTONE/EPA/SEBASTIEN NOGIER

(sda-ats)

Erstmals hat am Sonntag ein israelischer Regierungschef an der Gedenkzeremonie für die Opfer der Razzien gegen Juden in Frankreich vor 75 Jahren teilgenommen.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete die Einladung von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu der Gedenkveranstaltung in Paris als "eine sehr, sehr starke Geste". Das gemeinsame Gedenken zeuge von der "alten und tiefen Freundschaft zwischen Frankreich und Israel".

Macron und Netanjahu gedachten der jüdischen Opfer in der Nähe des früheren Pariser Radrennstadions Vélodrome d'Hiver. Dort hatten französische Polizisten im Juli 1942 etwa 13'000 Juden zusammengetrieben. Fast alle der anschliessend deportierten Juden wurden in den NS-Vernichtungslagern ermordet.

Erst 1995 bekannte sich der damalige Präsident Jacques Chirac zu der "unauslöschlichen Schuld" Frankreichs. Im vergangenen April sorgte die Rechtspopulistin Marine Le Pen mit der Aussage für Empörung, Frankreich sei "nicht verantwortlich" für die als "Rafle du Vel d'Hiv" bekanntgewordene Massenfestnahme.

Macron wiedersprach dieser Behauptung am Sonntag ausdrücklich. "Es war sehr wohl Frankreich", das vor 75 Jahren die Deportation tausender Juden auf seinem Staatsgebiet organisiert habe. "Nicht ein einziger Deutscher" habe sich an der Grossrazzia beteiligt.

Benjamin Netanjahu und Emmanuel Macron legten bei der Veranstaltung zum 75. Jahrestag der "Razzia vom Vél d'Hiv" an der Pariser Gedenkstätte Blumen ab.

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SDA-ATS