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Bedürfnisweckung der raffiniertesten Sorte. Die Designsprache des Mailänder Rinascente verführt noch heute. (Pressebild)

m.a.x. Museo

(sda-ats)

Zum Mailänder Stadtbild gehört es ebenso wie Dom, Scala oder Pirelli-Hochhaus: Das Kaufhaus "La Rinascente" eröffnete vor 100 Jahren die Pforten - das m.a.x. Museo in Chiasso zeigt nun in einer Ausstellung, wie dort Kaufgelüste mit cleveren Grafiken geweckt wurden.

Ein "Labor und Seismograph" für Posterkunst, Grafik und Ausstellungsdesign sei das "Rinascente" in seinem hundertjährigen Bestehen immer wieder gewesen, schreiben die Kuratoren des m.a..x Museo in Chiasso TI. Sie haben für die Ausstellung über das berühmte Kaufhaus am Mailänder Domplatz in den Werbearchiven gestöbert.

Die 500 ausgewählten Exponate sollen nun einen Überblick über die Entwicklung des Designs und der visuellen Kommunikation im 20. Jahrhundert geben. Die Poster, grossformatigen Aufsteller, Werbetafeln und Fotomappen sind dabei von bekannten Künstlern wie Marcello Dudovich, Max Huber oder dem Fotografen Oliviero Toscani entworfen worden.

Grafische Kunst, die zum Kauf verführt

In seiner hundertjährigen Geschichte habe das "Rinascente" bereits sehr früh an der Inszenierung des verkauften Produkts gearbeitet. Im Zusammenspiel von Bild und Gestaltung seien vom Preisschild über das Verpackungsmaterial bis zur Leuchtschrift im Schaufenster alle Details aufeinander abgestimmt worden.

Nachdem das Hauptgebäude an der Piazza Duomo im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, kam es mit der Einweihung des neuen Geschäfts 1950 zu einer wahrhaftigen "Wiedergeburt" Vollkommen neuartig war in dieser Zeit, eine komplette Abteilung den Möbeln und der Inneneinrichtung zu widmen - der dafür verantwortliche Architekt Carlo Pagani hatte dies mit den Worten "Ein besseres Haus, ein besseres Leben" überschrieben.

Zeitreise ins Mailand der Boom-Jahre

Die Wirtschaftsmetropole Mailand stand in dieser Periode am Beginn einer langen Boom-Phase und mit der Wirtschaft wuchs auch das Interesse der Stadtbewohner an fernen Welten.

Das Rinascente befeuerte dieses Fernweh mit sogenannten "Verkaufsausstellungen" (mostre-mercato), bei dem verschiedene Objekte aus Japan, Indien, Mexiko, den Vereinigten Staaten und Grossbritannien über die Jahre eingeflogen und ausgestellt wurden aber zugleich auch zum Verkauf standen.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit stand auch der Schweizer Grafiker Max Huber in den Diensten des Rinascente - zu seinen Ehren wurde 2005 das m.a.x. Museo eröffnet. Huber entwarf beispielsweise das "lR" Siegel, welches sich zum neuen Markensymbol des Kaufhauses entwickeln sollte.

Allein die von seinen Mitarbeitern wie der Zürcherin Lora Lamm, Roberto Maderna oder Giorgio Corona entworfenen, durchkomponierten Schaufenster hätten die Betrachter damals in "poetische Welten" entführt, schreiben die Kuratoren. Selbst das verwendete Geschenkpapier zeugt von Raffinesse und einer stringenten Designsprache, die sich über die Jahre weiterentwickelte.

"Achse Zürich-Mailand" für das Rinascente

An der Aussendarstellung des Rinascente lässt sich auch die Mailänder Designentwicklung ablesen, die mit ihrem Stil der Modernität, des Rationalismus und ihrer handwerklichen Kunstfertigkeit das gesamte Land prägte.

In den 1950er und 60er Jahren entwickelte die lombardische Metropole geradezu eine Sogwirkung in der europäischen Design- und Kunstwelt. In dieser Zeit bildete sich unter anderem eine Achse "Zürich-Mailand" heraus, welche in der Ausstellung in Chiasso mit einem eigenen Kapitel bedacht wurde.

Die Werkschau "La Rinascente" ist noch bis zum 24. September am m.a.x. Museo zu sehen. Zwischen dem 31. Juli und dem 21. August ist das Museum allerdings für die Sommerferien geschlossen.

SDA-ATS