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Der Schlusstag der EM in Göteborg endet für die Schweiz enttäuschend. Martin Fuchs, der vor den Umgängen 4 und 5 auf dem 2. Zwischenrang lag, verpasst nach zwei Abwürfen sogar das Finale der Top 12.

"Die Enttäuschung ist riesig", betonte Fuchs und fügte an: "Und wenn ich sehe, was mit bloss einem Fehler drin gelegen wäre, macht dies die Enttäuschung noch einmal grösser." Der 25-jährige Zürcher war nach den Leistungen unter der Woche überzeugt gewesen, dass er in den zwei Runden mit höchstens einem Abwurf durchkommen würde. Dies hätte in der Endabrechnung nach Team-Bronze auch zu Einzel-Bronze gereicht. Aber es kam anders. Gleich zweimal fiel im ersten Durchgang die Stange. Fuchs nahm die Schuld auf sich. Nach dem ersten Fehler blieb er ruhig. "Ich dachte, jetzt reite ich halt die 4 Punkte sicher nach Hause. Aber ich ging dann wohl zu wenig ruhig in die Dreifachkombination", schilderte er die entscheidende Phase. Als in der Kombination die zweite Stange fiel, wurde der Schweizer in den 13. Rang durchgereicht.

Steve Guerdat zählte ebenfalls zu den Verlierern. "Bianca berührte in dieser Woche drei Stangen, und alle drei fielen zu Boden", haderte er. "Man gewinnt nicht mit Glück, aber ohne Glück kann man auch nicht gewinnen." Er sei immer noch aufgewühlt und könne auch die Team-Medaille vom Freitag noch nicht geniessen. "Wäre ich etwas perfekter geritten, hätten ich und Bianca hier viel erreichen können", sagte er.

Mit dem 13. Rang von Fuchs, Platz 15 von Guerdat sowie der Aufgabe von Romain Duguet, nachdem mit Twentytwo des Biches gleich zwei Abwürfe zu Beginn des Parcours zu verzeichnen waren, blieben die drei Schweizer Top-Reiter, die am Freitagabend noch den massgeblichen Anteil am Gewinn der Team-Bronze hatten, im Einzel unter den Erwartungen. Der Equipenchef Andy Kistler relativierte den negativen Anstrich zum Abschluss der kontinentalen Titelkämpfe: "Wir wollten eine Medaille, dies haben wir geschafft. Dieser Eindruck wird in einigen Tagen überwiegen."

Fehler zum Schluss blieb ohne Folgen

Als Europameister liess sich unter tosendem Applaus der Schwede Peder Fredricson feiern. Der Lokalmatador handelte sich im Sattel von All In über all die Tage mit dem Jagdspringen vom Mittwoch, den beiden Umgängen in der Team-Entscheidung vom Donnerstag und Freitag sowie den zwei Runden vom Sonntag am wenigsten Strafpunkte ein. Der 45-jährige Olympia-Zweite von Rio de Janeiro 2016 gewann mit fünf Strafpunkten, Zweiter wurde der Niederländer Harrie Smolders mit Don (5,52) vor dem Iren Cian O'Connor mit Good Luck (6,25).

Fredricson spannte die 12'000 Zuschauer zum Schluss doch noch auf die Folter. Zum Finale war er mit 0 Strafpunkten angetreten. Als er ins Stadion ritt, durfte er sich einen Abwurf plus einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung leisten. Bis zur Dreifachkombination auf der Schlusslinie klappte alles reibungslos. Doch dann fiel die Stange. Der letzte Steilsprung ins Ziel wurde zur Zitterpartie, aber Fredricson und All In zeigten keine Schwäche mehr.

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SDA-ATS