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Frankfurt/Main - Der massive Missbrauch von Schülern des Elite-Internats Odenwaldschule in Südhessen ist nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" (FR) jahrelang vertuscht worden. Von 1971 bis 1985 könnte es bis zu 100 Opfer gegeben haben, heisst es in dem Bericht.
Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen den damaligen Leiter der Eliteschule, aber auch gegen andere Lehrer. In einer Erklärung auf der Internetseite der Schule räumt Schulleiterin Margarita Kaufmann ein, das Ausmass des Missbrauchs sei grösser als bisher bekannt, die Schule sei "durch die Berichte der Opfer und das Ausmass der Verbrechen massiv erschüttert und irritiert".
Im August 1999 war eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Internatsleiter bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt eingegangen. Ermittlungen habe es aber wegen der Verjährung der angeblichen Vorfälle nicht gegeben, sagte ein Sprecher damals.
Schulleiterin Kaufmann sagte der FR: "Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat". Es habe keine konsequente Aufarbeitung des Skandals gegeben.
Im Blick auf das 100. Jubiläum in diesem Jahr seien erneut ehemalige Schüler auf die Schulleitung zugekommen, um von ihren Missbrauchserlebnissen in den 1970er und 1980er Jahren zu berichten, heisst es in der Erklärung Kaufmanns im Internet.
"Die Odenwaldschule erkennt den jahrelangen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Pädagogen ihrer Schulgeschichte an und versteht diese traumatische Erfahrung als Teil ihrer Identität."
Die private Odenwaldschule in Heppenheim mit gut 200 Schülern ist eine Unesco-Modellschule. Zahlreiche Prominente gehören zu ihren ehemaligen Schülern, darunter der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit und Klaus Mann.

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SDA-ATS