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Mauro Caviezel ist endlich gesund

Sein Talent ist unbestritten. Doch sein steiniger Weg hat ihn gelehrt, geduldig zu sein: Mit 29 ist Mauro Caviezel in der Weltelite angekommen.

"Ich hatte eine gute Vorbereitung." Der Satz ist keine Selbstverständlichkeit im Fall von Mauro Caviezel. Klar, Verletzungen gehören zum Leben eines Skirennfahrers dazu. Seine Liste ist aber noch etwas länger als die der meisten anderen Fahrer in seinem Alter. Der WM-Bronze-Gewinner in der Kombination von St. Moritz muss sein Handy zücken, um sich einen exakten Überblick über sein medizinisches Bulletin zu verschaffen. Kreuzband, Meniskus, Schienbein, Schulter, Hand - alles war schon einmal kaputt.

Die prägnantesten Fälle sind ihm auch ohne Blick auf den Bildschirm präsent: der Kreuzbandriss, verbunden mit einem Meniskusschaden im linken Knie, der ihn ab Ende 2011 fast zwei Saisons ausser Gefecht setzte. Und der Bruch des Wadenbeins im September 2015. Auch der kostete ihn eine Saison. Später riss er sich das Wadenbein erneut an, und im August 2016 brachte ihn eine Handverletzung um die Vorbereitung. Nein, Mauro Caviezel blieb in seiner Laufbahn nicht verschont.

Und doch sieht er sich als Glücklichen, gerade jetzt, wo der Tod des Franzosen David Poisson das Ski-Lager durchschüttelte. "Das rückt alles in ein anderes Licht und zeigt, dass meine eigenen Verletzungen harmlos sind", so Caviezel. Früher, als er sich verletzte, habe er sich gefragt: Warum? Heute nicht mehr. "Auch habe ich gelernt, geduldig zu sein. Früher war ich das nicht."

Geduldig und genügsam ist er geworden, der Bündner. "Ich bin zufrieden, dass ich gesund bin", sagt er. Natürlich hinterliessen die Verletzungen Spuren. Aber: "Es geht mir besser als vor einem Jahr." Das bestätigen auch seine Trainingsleistungen in der Speedgruppe von Trainer Andy Evers. Vor allem im Super-G war er mit Beat Feuz und Patrick Küng auf Augenhöhe, überzeugte er mit konstant guten Fahrten. Und er machte Fortschritte im Gleiten. In diesem Bereich verlor er früher öfter Zeit.

Mit 29 ist Mauro Caviezel in der Weltelite angekommen und bereit, an die starken Ergebnisse zum Ende der letzten Saison anzuknüpfen, als er auch nach der WM stark fuhr und im Super-G von Aspen seinen ersten Weltcup-Podestplatz realisierte. "Das ist das Ziel", sagt er, fügt aber an: "Ich habe mich in anderen Jahren auch schon gut gefühlt, und dann verletzte ich mich." Darum will er auch nicht zu weit vorausschauen, noch nicht zu sehr an die Olympischen Spiele im Februar in Südkorea denken, für die er sich qualifizieren und an denen er besser abschneiden will als 2014 in Sotschi (28. Platz im Riesenslalom/ausgeschieden in der Super-Kombination).

Stattdessen blickt er auf das, das unmittelbar bevorsteht: die Speedrennen am Wochenende in Lake Louise, wo er noch nie punkten konnte. "Da habe ich etwas gutzumachen."

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