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Max Havelaar lanciert nach den Bananen und dem Kaffee nun auch Gold, das ruhigen Gewissens gekauft werden kann. Das derzeit in der Schweiz erhältliche Fairtrade-Gold stammt aus einer Mine im Süden von Peru.

Mit dem Projekt engagiert sich die Stiftung für den besseren Schutz von Mensch und Umwelt im kleingewerblichen Goldbergbau.

Die Schweiz ist Drehscheibe des globalen Goldmarkts. Rund 70 Prozent der Gold-Raffinierung findet hier statt. Gleichzeitig seien weltweit über 100 Millionen Menschen vom kleingewerblichen Bergbau abhängig, sagte Nadja Lang, Geschäftsführerin der Max Havelaar-Stiftung am Donnerstag vor den Medien in Zürich.

Die Arbeit in solchen Minen sei höchst intensiv und oft kaum geregelt. Die unabhängigen Mineure und Arbeiterinnen seien gefährlichen Bedingungen ausgesetzt, sagte Lang. Zudem erhielten sie meist nur einen bescheidenen Preis und lebten unter schwierigen Bedingungen.

"Ich habe noch selten so etwas Trostloses gesehen wie in diesen Steinwüsten des Bergbaus." Auf ihren Reisen in diese Gegend habe sie auch Arbeiter gesehen, die mit blossen Händen in quecksilberhaltigem Schlamm gerührt hätten. Es sei wichtig, dass sich die Produzenten dort gemeinsam organisieren würden, um die Situation zu verbessern.

Die Stiftung Max Havelaar will deshalb nun auch beim Handel mit Gold ein Zeichen für Fairtrade setzen. Wichtig seien sichere Arbeitsbedingungen, ein fairer Marktzugang, Umweltschutz und Transparenz im Handel, sagte Lang. Ausbeuterische Zwischenhändler könnten so ausgeschaltet werden.

Mit Prämie Gemeinschaftsprojekte realisieren

Fairtrade-zertifizierte Minen erhalten etwa über den garantierten Mindestpreis hinaus eine Prämie in der Höhe von 2000 US-Dollar pro Kilogramm Gold. Damit werden Gemeinschaftsprojekte wie Schulen oder Gesundheitszentren finanziert.

Diese Prämie sei wichtig, sagte der anwesende Leiter der bereits zertifizierten Mine Sotrami in Santa Filomena in Peru, Eugenio Huayhua, vor den Medien. "Wir haben das Geld etwa für eine bessere Zahnpflege oder die hygienische Infrastruktur eingesetzt." Der Zustupf habe auch geholfen, die Wasserversorgung zu verbessern.

Der Fairtrade-Standard verbietet bei den Organisationen zudem missbräuchliche Kinderarbeit, Zwangsarbeit und andere Formen der Diskriminierung. Die Zertifizierung schreibt überdies Schutzkleidung sowie Massnahmen zu Gesundheitsschutz und Unfallprävention vor. Es sei nicht immer einfach, alle Normen einzuhalten, sagte Huayhua.

In Kürze dürfte gemäss der Fairtrade-Stiftung mit der Mine Macdesa eine zweite peruanische Organisation zertifiziert sein. In Ostafrika laufen zudem mehrere Pilotprojekte.

Aus einer Tonne Gestein 3 bis 4 Gramm Gold

Wie aufwändig - und auch gefährlich - die Goldgewinnung sein kann, erklärte Markus Staub, Verantwortlicher für die internationale Zusammenarbeit bei der Max Havelaar-Stiftung. "Aus einer Tonne Gestein werden drei bis acht Gramm Gold gewonnen." Um dies zu extrahieren, werde meist Quecksilber oder Cyanid verwendet.

"Quecksilber ist leichter erhältlich und einfacher in der Handhabung", sagte Staub. Nach dem Extrahieren liege ein Amalganklümpchen vor. Mit dem Bunsenbrenner würden die Arbeiter dieses anzünden, das Amalgan verdampfe und übrig bliebe schliesslich das Gold. "Mit der Zertifizierung wird auch sichergestellt, dass das Quecksilber nur in geschlossenen Räumen verbrannt wird."

Derzeit wird gemäss Fairtrade-Stiftung rund 600 Kilogramm zertifiziertes Gold jährlich produziert. Damit ein Produkt das Label tragen kann, müssen aber alle Stufen, von der Gewinnung bis zum Verkauf vertraglich eingebunden sein.

Die ersten Schmuck-Kollektionen aus fair gehandeltem Gold gibt es in der Schweiz bei Coop City und Christ Uhren & Schmuck. Max Havelaar hofft, dass auch registrierte Goldschmiede und andere grosse Anbieter von der Möglichkeit Gebrauch machen, Fairtrade-Gold zu beziehen und verarbeiten.

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SDA-ATS