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Die einzige TV-Debatte im französischen Wahlkampf um die Präsidentschaft hat keinen Sieger hervorgebracht, dafür einen Verlierer. Nach Meinung aller Beobachter verpasste Amtsinhaber Nicolas Sarkozy die wohl letzte Gelegenheit den Rückstand aus eigener Kraft aufzuholen.

"Sarkozy hat das Duell nicht gewonnen und damit eine Gelegenheit verschenkt, ohne Zweifel die beste, die er noch hatte", urteilte die eher konservative Zeitschrift "Le Point" am Donnerstag.

Das Lager des konservativen Präsidenten, der vor der Stichwahl am Sonntag in Umfragen deutlich hinter dem Sozialisten François Hollande liegt, hatte seine ganze Hoffnung in den Auftritt Sarkozys am Mittwochabend gesetzt.

"Zur Explosion" wolle er seinen sozialistischen Herausforderer bringen, kündigte der für seine rhetorische Stärke bekannte Amtsinhaber vor dem Duell an.

Doch dem 57-Jährigen sass ein gleichaltriger Herausforderer gegenüber, der überraschend angriffslustig war und dem Präsidenten in jeder Frage Paroli bot. Experten werteten den Schlagabtausch als die härteste Fernsehdebatte seit 1988, als François Mitterrand gegen Jacques Chirac angetreten war.

Schlagabtausch

Der Präsident stand unter Zugzwang und versuchte, bei der Debatte seinen Kontrahenten zu provozieren und blosszustellen. So warf er Hollande vor, keine Konzepte für die notwendige Sparpolitik zu haben.

Dieser konterte mit Hinweisen auf die aus seiner Sicht miserable Regierungsbilanz Sarkozys und die hohen Arbeitslosenzahlen. Der Sozialist konterte Diffamierungsversuche von Sarkozy sofort. Der Präsident unterstellte Hollande mehrmals, Lügen zu verbreiten.

Die Debatte ging von Anfang an stark ins Detail und war mit Zahlen vor allem zur Wirtschaft gespickt. 137 Zahlen wurden in den zwei Stunden und 50 Minuten genannt, die meisten davon zu den dominierenden Themen Arbeit, Wachstum und Staatsverschuldung.

Bekenntnis von Bayrou

In seinem Schlusswort hatte Sarkozy zudem die Anhänger des Zentrumspolitikers François Bayrou angesprochen. Dieser verpasste dem Amtsinhaber aber tags darauf einen Dämpfer: Er werde für Hollande stimmen, sagte Bayrou am Donnerstagabend.

Bayrou begründete seine Entscheidung mit dem Hinweis, Sarkozy habe rechtsextreme Wähler zu umgarnen versucht. Der Zentrumskandidat, der bei der Wahl am 22. April knapp zehn Prozent der Stimmen auf sich vereint hatte, gab den Anhängern seiner Partei aber keine Wahlempfehlung - jeder solle nach seinem Gewissen entscheiden.

SDA-ATS