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Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat vor einer Ein-Mann-Herrschaft gewarnt. Beobachter werteten dies als deutliche Kritik an Ministerpräsident Wladimir Putin, seinem langjährigen Weggefährten und wahrscheinlichen Konkurrenten im Präsidentschaftswahlkampf im kommenden Jahr.

Gleichzeitig warnte der Kremlchef vor einer Phase wirtschaftlichen Stillstandes in Russland. "Die berühmte Stabilität könnte eine weitere Periode der Stagnation verdecken", sagte Medwedew am Freitag am Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

Zugleich warb Medwedew für eine Verringerung der Abhängigkeit von der Erdöleinnahmen. Ansonsten könne Russland in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wenn der Ölpreis falle. Im Bemühen um Abgrenzung zu Putin stellte Medwedew erneut Privatisierungspläne in den Mittelpunkt seiner Wirtschaftsstrategie.

Diese seien noch "zu bescheiden" und müssten von der Regierung bis Anfang August überarbeitet werden, sagte der Staatschef und warnte vor einer Dominanz der Staatsbetriebe. "Ja, Modernisierung ist schwierig. Aber wir haben nicht das Recht zu warten", sagte Medwedew, der sich zuletzt immer wieder als Modernisierer präsentierte.

Anzeichen für ein Zerwürfnis

Bisher haben sich weder Putin noch Medwedew dazu geäussert, ob sie erneut für das Präsidentenamt kandidieren. Mit grosser Aufmerksamkeit wird weltweit das Verhältnis zwischen beiden Politikern beobachtet. Zuletzt meinten viele ein Zerwürfnis erkennen zu können.

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SDA-ATS