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Die Anti-Frost-Massnahmen haben nicht ausgereicht: Mehr als 40 Prozent der Walliser Weinberge und zwei Drittel der Aprikosenhaine wurden durch den Frühlingsfrost stark beschädigt. (Archiv)

Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Der Frühlingsfrost hat besonders im Wallis den Wein- und Aprikosenkulturen arg zugesetzt. Das Weinbauamt geht davon aus, dass mehr als 40 Prozent der Rebbberge stark geschädigt wurde. Auch zwei Drittel der Aprikosen-Anbauflächen erlitten starke Schäden.

Einige Wein- und Obstbauern hätten durch den Frost von vergangener Woche praktisch die gesamte Jahresernte verloren, sagte am Dienstag der Chef der Walliser Dienststelle für Landwirtschaft, Gérald Dayer, vor Medien. "Für die Betroffenen bedeutet dies den Ausfall des Jahreseinkommens, das ist dramatisch". Mehrere Tausend Bauernbetriebe und Kellereien seien davon betroffen.

Das kantonale Weinbauamt präsentierte eine erste Bilanz über die Frostschäden in den Walliser Weinbergen. In der ersten frostigen Nacht vom 18. auf den 19. April 2017 suchte der Frost vor allem die Reben im Tal und an den unteren Hängen zwischen Sitten und Martigny heim. Dabei wurden rund 550 Hektaren in Mitleidenschaft gezogen.

In den drei nachfolgenden, noch kälteren Nächten breitete sich der Schaden über die gesamten Walliser Weinberge zwischen Brig und Martigny aus. Obwohl es für eine genaue Bilanz noch zu früh ist, geht das Weinbauamt davon aus, dass insgesamt mehr als 2000 Hektaren Reben oder mehr als 40 Prozent der Rebberge durch den Frost in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Eine solche Frostperiode, die die ganzen Walliser Weinberge betreffe, sei aussergewöhnlich, hielten die Behörden fest. Der letzte grosse Frost dieser Art geht auf das Jahr 1974 zurück.

Zwei Drittel der Aprikosen

Auch die Aprikosenhaine weisen laut einer ersten Einschätzung durch das Amt für Obstbau grosse Frostschäden auf. Die in mehr als 100 Parzellen entnommenen Proben und durchgeführten Kontrollen hätten gezeigt, dass die gesamten Aprikosenhaine zwischen Siders und Charrat stark geschädigt seien.

Das Amt schätzt, dass bloss ein Drittel der Aprikosenkulturen die Kältewelle unbeschadet überstand. Es sei davon auszugehen, dass mindestens die Hälfte der Ernte durch den Frost zerstört wurde. Verschont blieben Parzellen, auf denen die Kälte intensiv bekämpft wurde sowie der Talgrund mit mehr als 200 Hektaren Aprikosenkulturen.

Eine genauere Bilanz des Schadensausmasses soll in den nächsten Wochen erstellt werden.

Ganze Ernte weg bei einigen Obstbetrieben

Am Dienstag befasste sich auch der Schweizer Obstverband (SOV) an seiner Delegiertenversammlung in Bubendorf BL mit dem Thema Frost. Seit Jahrzehnten habe es keinen solch starken Frost mehr gegeben, wurde Verbandspräsident Bruno Jud in einer Mitteilung zitiert.

Einige Betriebe hätten vermutlich beinahe die ganze Ernte verloren und seien nun in ihrer Existenz bedroht, sagte Jud weiter. Der SOV nehme jetzt eine Bestandsaufnahme vor und berate dann über das weitere Vorgehen.

SDA-ATS

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