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Paris - Im Maghreb brodelt es weiter: Bei neuen Unruhen in Tunesien sind am Montag mehr als zehn Menschen getötet worden. Nach Augenzeugenberichten eröffneten Polizisten in der Stadt Kasserine im Westen des Landes das Feuer auf Demonstranten und schossen ziellos in die Menge.
Dabei starben mehr als zehn Menschen und mindestens zehn weitere wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur dpa am Abend von Rettungskräften erfuhr. Ob die Demonstranten in Kasserine am Montag zunächst die Polizisten angegriffen hatten, war vorerst unklar. Zahlreiche Einwohner der Stadt versammelten sich nach den neuen Ausschreitungen zu Protesten auf den Strassen.
"Wenn die Polizei weiter auf Demonstranten schiesst, gibt es eine Katastrophe", sagte eine Rechtsanwältin aus der Stadt am Telefon. Bereits am Wochenende waren in Kasserine nach Gewerkschaftsangaben fünf Menschen bei Ausschreitungen getötet worden.
Die Gesamtzahl der Toten bei den Unruhen in den vergangenen Tagen erhöht sich damit in Tunesien auf über 30. Die Regierung hat bislang lediglich 14 Todesopfer eingeräumt; Journalisten hatten aber bereits am Wochenende die Namen von 23 Opfern dokumentiert.
Schulen geschlossenNach den gewaltsamen Protesten schloss die tunesische Regierung alle Bildungseinrichtungen. Von Dienstag an finde an Schulen und Universitäten kein Unterricht mehr statt, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur TAP am Montag eine Erklärung des Bildungsministeriums.
Als Hintergrund der schlimmsten Aufstände seit Mitte der 1980er Jahre gelten in Tunesien die hohe Arbeitslosigkeit und der Frust vieler Tunesier, am Reichtum ihres Landes keinen Anteil zu haben. Vor allem junge Menschen sind betroffen.
Ben Alis VersprechenPräsident Zine al-Abidine Ben Ali warf den Demonstranten in einer Fernsehansprache unterdessen terroristische Handlungen vor. Die Auseinandersetzungen seien das Werk maskierter Banden, die nächtens Regierungsgebäude und Privathäuser angegriffen hätten.
Ben Ali versprach aber gleichzeitig, die Regierung werde in den nächsten zwei Jahren zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. In diesem und im kommenden Jahr wolle er 300'000 Jobs schaffen, kündigte er an. Die Opposition warf der Regierung vor, die Armee einzusetzen und dadurch zur Eskalation beizutragen.

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SDA-ATS