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Mehrere Festnahmen nach tödlichem Anschlag auf U-Bahn von Minsk

Nach dem Bombenanschlag in der Minsker Metro mit mindestens zwölf Toten haben die weissrussischen Ermittler mehrere Menschen festgenommen. Wie viele es waren und ob sie als Verdächtige eingestuft wurden, wurde nicht bekannt.

Die Festgenommenen würden derzeit verhört, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es würden in Kürze Phantombilder von den Verdächtigen veröffentlicht, die noch auf der Flucht seien. Die weissrussischen Behörden hatten bereits kurz nach dem Anschlag erklärt, dass sie von einem "Terrorakt" ausgingen.

Bei dem Anschlag wurden insgesamt zwölf Menschen getötet. Ein Verletzter starb in der Nacht im Spital, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt seien mehr als 150 Menschen verletzt worden, etwa 40 befänden sich noch in kritischem Zustand. Den Angehörigen der Toten versprach die Regierung jeweils umgerechnet etwa 9000 Franken Schadenersatz.

Präsident Alexander Lukaschenko, dessen Büro und Residenz sich direkt an der zerstörten U-Bahnstation Oktjabrskaja befindet, forderte den Geheimdienst KGB auf, das Land auf der Suche nach den Tätern "auf den Kopf zu stellen". Beobachter erwarten, dass der seit 1994 regierende "letzte Diktator Europas" nun die Daumenschrauben noch fester anziehen wird.

Hilfe Russlands angefordert

Die Bombe sei vermutlich per Fernzünder im abendlichen Berufsverkehr ausgelöst worden, sagte Innenminister Anatoli Kuleschow. Der mit Metallteilen gespickte Sprengsatz mit fünf bis sieben Kilogramm TNT war am Vortag unter einer Sitzbank auf dem Bahnsteig der zentralen Haltestelle Oktjabrskaja versteckt worden. Bislang wurden neun Tote identifiziert.

Lukaschenko befahl, alle Militärlager im Land auf fehlenden Sprengstoff zu überprüfen. Die Grenzkontrollen wurden verschärft. Russland schickte Experten seines Inlandsgeheimdiensts FSB, die bei den Ermittlungen helfen sollen, sowie Ärzte. An diesem Mittwoch will das Land der Opfer mit einem Tag der Trauer gedenken.

Regierung an Tat beteiligt?

Unterdessen mehren sich die Stimmen, die eine Beteiligung der weissrussischen Führung an der Bluttat nicht ausschliessen. "Der Anschlag nützt denen, die einen Ausnahmezustand im Land und ein Abrücken Weissrusslands vom Westen wollen und zudem die Opposition verleumden", sagte der oppositionelle Ex-Präsidentenkandidat Alexander Milinkewitsch.

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