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China hat im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen hinrichten lassen als der gesamte Rest der Welt zusammen. Dies geht aus dem neuen Todesstrafen-Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor, der an diesem Montag veröffentlicht wird.

Demnach gab es auch 2010 in der Volksrepublik wieder mehrere tausend Hinrichtungen. In anderen Staaten der Welt wurden insgesamt mindestens 527 Todesurteile vollstreckt.

In China gelten Todesurteile und Hinrichtungen als "Staatsgeheimnis". Nur in Ausnahmefällen wird darüber berichtet. Deshalb verzichtete Amnesty in diesem Jahr zum zweiten Mal darauf, konkrete Zahlen oder Schätzungen zu nennen. Auf Platz zwei der Statistik liegt der Iran (mindestens 252 Exekutionen), gefolgt von Nordkorea (60), dem Jemen (53) und den USA (46).

Trend zu Welt ohne Todesstrafe

Insgesamt stellte die Organisation jedoch einen "eindeutigen Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe" fest. Im vergangenen Jahr fanden nur noch in 23 von 192 Staaten Hinrichtungen statt. In Europa lässt nur noch Weissrussland exekutieren. Dort wurden im März 2010 zwei Männer auf Beschluss des Staates getötet.

Auch in China ist die Zahl der Hinrichtungen vermutlich rückläufig. Nach Schätzungen dürften es zuletzt etwa 5000 im Jahr gewesen sein. In den 90er Jahren lagen die Schätzungen noch bei 7000 bis 9000. Statt durch Erschiessen werden zunehmend mehr Hinrichtungen heute mit der Giftspritze vollstreckt.

Seit Anfang 2007 müssen alle Todesstrafen vom Obersten Gericht in Peking bestätigt werden. In etwa zehn Prozent der Revisionsfälle wurden seither die Todesurteile verworfen. Zudem strich der Volkskongress im März 13 Verbrechen von der Liste der Straftatbestände. Es handelte sich um Schmuggel, Finanzvergehen und Raub antiker Güter. Auch wurden ältere Täter über 75 Jahren ausgenommen.

Zudem wurden im vergangenen Jahr weltweit mehr als 2000 neue Todesurteile verhängt. Insgesamt warten damit rund um den Globus mehr als 17'800 Todeskandidaten auf ihre Hinrichtung.

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SDA-ATS