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FIFA-Chef Gianni Infantino gibt Missstände beim Bau eines WM-Stadions in Russland zu. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

(sda-ats)

Die FIFA hat Menschenrechtsverletzungen beim Bau des WM-Stadions in St. Petersburg eingeräumt. FIFA-Chef Gianni Infantino bestätigte in einem Brief, dass einige nordkoreanische Arbeiter unter "oft entsetzlichen" Arbeitsbedingungen in der Arena eingesetzt wurden.

Dies geht aus einem Schreiben an die Verbandschefs von Schweden, Dänemark, Norwegen und Island, das unter anderem auf der Internetseite des Schweizerischen Radios und Fernsehens SRF aufgeschaltet ist, hervor. In dem Stadion soll 2018 der Final der Fussball-Weltmeisterschaft stattfinden.

Die nordischen Verbandspräsidenten hatten nach einem Bericht des norwegischen Magazins "Josimar" ihre Besorgnis über die Zustände gegenüber der FIFA geäussert. Gemäss der Investigativrecherche mussten die nordkoreanischen Arbeiter, die auf Befehl des heimischen Regimes nach Russland geschickt wurden, unter miserablen Bedingungen auf der Baustelle arbeiten.

Sie sollen in eisigen, überfüllten Containern geschlafen haben. Ihre Pässe seien konfisziert worden, der Grossteil ihres Lohns sei an die nordkoreanische Regierung geflossen. Ein nordkoreanischer Arbeiter soll in einem Container an einem Herzinfarkt gestorben sein. In dem Schreiben betont Infantino, dass die "FIFA die oft entsetzlichen Arbeitsbedingungen verurteilt".

Das Thema sei nach einem Besuch im November zur Sprache gekommen. Bei einer Inspektion im März habe es keine Hinweise mehr auf nordkoreanische Arbeiter gegeben. Im Stadion von St. Petersburg wird auch im Juni das Finale des Confederations Cup ausgetragen.

St. Petersburg ist jedoch nicht die einzige WM-Baustelle, die für negative Schlagzeilen sorgt. So sorgen die Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar seit Jahren für Kritik. Laut Angaben von internationalen Gewerkschaften sollen auf den Baustellen bereits Hunderte Arbeiter gestorben sein. Für die Bauarbeiten im Hinblick auf die Fussball-WM hat Katar rund zwei Millionen ausländische Arbeitskräfte angeheuert.

SDA-ATS

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