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Angesichts der ausgreifenden Informationsaktivitäten der USA und Chinas fordert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eine europäische IT-Offensive. Das wird in einem Zeitungsinterview deutlich.

"Wir Europäer müssen gemeinsam daran arbeiten, unsere Abhängigkeit von Amerika und China zu überwinden und selbst starke Technologie anzubieten", sagte Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in der Samstagsausgabe.

Im Lichte der Aufregung um die Datensammlungen amerikanischer und britischer Geheimdienste sagte Merkel, es beschäftige sie, "über welche eigenen Fähigkeiten im Bereich der modernsten IT-Technologien wir in Deutschland und Europa im Vergleich zu anderen verfügen."

Es werde immer schwieriger, das deutsche Datenschutzniveau zu sichern, "wenn die Daten zunehmend nur noch über ausländische Internetunternehmen und mit nicht-europäischer Soft- und Hardware transportiert würden. Da müssen wir wieder stärker werden", forderte die CDU-Chefin.

Bei Routern, den zentralen Datenvermittlungsstellen, gebe es gegenwärtig zwei grosse Anbieter, einen amerikanischen und einen chinesischen, aber keinen europäischen.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte in den vergangenen Wochen die Existenz mehrerer Spähprogramme der britischen und US-Geheimdienste enthüllt. Erst am Freitag hatte die "Washington Post" unter Berufung auf Informationen Snowdens von einem tausendfachen Verstoss der NSA gegen Datenschutzvorschriften berichtet.

US-Präsident Barack Obama hat als Reaktion versprochen, die Datensammlung und Auswertung der Geheimdienste transparenter zu machen.

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SDA-ATS