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Spanische Soldaten bauen im Süden des Landes bei Ceuta ein Zeltlager auf, um über 600 im Mittelmeer aus Seenot gerettete Migranten unterzubringen.

KEYSTONE/EPA EFE/REDUAN

(sda-ats)

Der Migrationsforscher und Direktor der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative, Gerald Knaus, fordert angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen in Spanien die Einrichtung eines Aufnahmezentrums in dem Land. Dieses soll von mehreren Staaten initiiert werden.

"Warum richten Deutschland, Frankreich und die Niederlande nicht gemeinsam mit Madrid ein Aufnahmezentrum in Spanien ein?", sagte Knaus der deutschen Zeitung "Welt" vom Montag mit Blick auf die zunehmende Verlagerung der Flüchtlingsbewegungen nach Spanien.

Das von Knaus skizzierte Modell sieht schnelle Asylentscheidungen "innerhalb weniger Wochen" vor. Anerkannte Flüchtlinge könnten dann auf Deutschland, Frankreich, Spanien und die Niederlande verteilt werden. Wer abgelehnt werde, müsse "sofort in die Herkunftsländer zurück". Dafür brauche es Abkommen mit den wichtigsten Herkunftsländern in Afrika. Wenn diese bei der Rücknahme nicht Schutzbedürftiger helfen würden, könnten Kontingente für legale Migration in Form von Arbeitsvisa oder Stipendien zugesagt werden.

Spanische Regierung will Hilfe aus EU

Es bestehe die Chance für einen Durchbruch, sagte Knaus, der massgeblich an der Entwicklung des Flüchtlingsabkommens der Europäischen Union mit der Türkei beteiligt war. "Dazu brauchen wir eine Koalition betroffener Staaten, die zeigen, wie praktische Lösungen aussehen können."

Auch die EU-Kommission hatte sich zuletzt für eine EU-weite Lösung ausgesprochen. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich zudem Ende Juni auf einen Kompromiss in der Migrationspolitik geeinigt. Unter anderem sollen auf freiwilliger Basis gemeinsame Asylzentren innerhalb der EU eingerichtet werden. Auch soll der Vorschlag von Flüchtlingseinrichtungen in Drittstaaten geprüft werden.

Der Schwerpunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer hatte sich zuletzt immer stärker nach Spanien verlagert. Die spanische Regierung forderte am Wochenende eine europäische Lösung und mehr Beistand der EU-Partner.

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SDA-ATS