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Der Detailhändler Migros wehrt sich gegen den Lieferstopp elektronischer Bücher aus Deutschland. Er gelangt vor die Wettbewerbskommission (WEKO) wegen deutscher Grossverlage, die seine Tochter Ex Libris nicht mehr mit E-Books beliefern.

"Wir bringen den Fall bei der WEKO zur Anzeige", bestätigte Martin Schläpfer, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik bei Migros, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die deutschen Verlagsgruppen Random House und Holtzbrinck belieferten Ex Libris seit einer Woche nicht mehr mit E-Books. Deshalb könnten auf der Internetseite von Ex Libris E-Books derzeit nicht mehr gekauft werden.

Ex-Libris-Sprecher Roger Huber vermutete in letzten Ausgabe der Zeitung "Sonntag" einen Boykott: "Wir haben am 1. Juni im Rahmen einer Download-Aktion 30 Prozent Rabatt auf alle E-Books gewährt". Dies habe den deutschen Verlagen, die Ex Libris beliefern, nicht gepasst. Von Random House und Holtzbrinck war am Freitag keine Stellungnahme erhältlich.

Zusammenhang mit Buchpreisbindung vermutet

Ex Libris nütze den Spielraum für Preissenkungen aus, sagte der Ex-Libris-Sprecher: Während die Preise in der Schweiz von den Händlern frei festgelegt werden können, sind sie in Deutschland aufgrund der Buchpreisbindung vorgegeben.

Preisabschläge würden die deutschen Verlage nicht akzeptieren und sich dabei auf ältere Verträge beziehen, die abgeschlossen wurden, als auch in der Schweiz noch feste Buchpreise galten. Diese Verträge sind laut Ex Libris nicht mehr marktkonform.

Sie führten dazu, dass die deutschen Verlage die Schweizer Kunden heute "mit überhöhten Preisen abkassieren" und E-Books deshalb kaum verkauft würden, sagte Huber. Dies wolle Ex Libris nicht hinnehmen.

Die Rabatt-Aktion habe gezeigt, dass bei tieferen Preisen durchaus eine Nachfrage bestehe. "Wir haben unsere E-Books-Verkäufe in kürzester Zeit um 1000 Prozent gesteigert", sagte Huber. Genaue Zahlen wollte er nicht nennen.

Die Schweizer Politik diskutiert derzeit, ob die Buchpreisbindung wieder eingeführt werden soll. Im März hatte sich das Parlament dafür ausgesprochen. Dagegen haben die Jungfreisinnigen und die Junge SVP das Referendum ergriffen.

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SDA-ATS