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Vor der Küste der türkischen Metropole Istanbul sind am Montag mindestens 21 Flüchtlinge ertrunken. Ihr Boot kenterte nach Behördenangaben an der Bosporus-Mündung zum Schwarzen Meer. Sechs Menschen konnten bis zum Abend gerettet werden, nach zwölf Vermissten wurde weiter gesucht.

Die Küstenwache suchte nach eigenen Angaben mit Unterstützung von Fischern weiter nach den Vermissten. Medienberichten zufolge waren zwölf Kinder und sieben Frauen an Bord. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Afghanistan, einige waren demnach Syrer und Turkmenen.

Sie stiegen demnach im Istanbuler Stadtteil Bakirköy am Marmarameer ins Boot und wollten über das Schwarze Meer nach Rumänien gelangen. Die Türkei ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die nach Europa gelangen wollen.

Unglücksursache unklar

Wie es genau zu dem Unglück kam, war zunächst nicht klar. Türkische Medien führten das Kentern darauf zurück, dass schlechtes Wetter herrschte und das Boot überladen war. Offizielle Stellen bestätigten dies zunächst nicht. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf Beamte, im Bootsrumpf habe es Lecks gegeben.

Der Küstenwachenoffizier Ali Saruhan sagte im Nachrichtensender CNN-Türk, der starke Wind habe die Rettungsarbeiten erheblich beeinträchtigt. "Das Boot war sehr, sehr klein, vollkommen unzureichend für 40 Menschen." Ein anderer Zeuge berichtete im türkischen Sender NTV, das Meer am Unglücksort sei "voller Taschen, Schuhe, Kleidungsstücke und nicht benutzter Rettungswesten" gewesen.

Einer der an der Rettungsaktion beteiligten Fischer sagte der Zeitung "Hürriyet", die Bootsinsassen hätten zwar Rettungswesten gehabt. "Aber überall waren Leichen. Babys, Kinder..." Auf einem Anlegesteg auf der europäischen Seite des Bosporus lagen mit Tüchern zugedeckte Leichen.

Schiffsverkehr im Bosporus unterbrochen

Der Bosporus ist eine der am meisten genutzten Wasserstrassen der Welt. Wegen der Suche nach Opfern wurde der Schiffsverkehr im Bosporus am Montag für einige Stunden unterbrochen.

An der Meerenge liegt die Millionenmetropole Istanbul. Anrainer des Schwarzen Meers sind unter anderem die EU-Mitglieder Bulgarien und Rumänien. Der Logistik- und Verschiffungskonzern GAC teilte mit, das Flüchtlings-Boot habe Kurs auf die rumänische Hafenstadt Constanta genommen, als es gegen 5.00 Uhr (MEZ) gesunken sei.

NTV zufolge verlangten Schlepper von jedem Bootsinsassen 7000 Euro für die Überfahrt nach Rumänien. Von da aus wollten sie offenbar in andere EU-Länder weiterreisen.

Seit 2011 hat der Bürgerkrieg in Syrien die Zahl der Flüchtlinge ansteigen lassen, die über die Türkei in die Europäische Union kommen wollen. Nach amtlichen türkischen Angaben waren es in den ersten acht Monaten dieses Jahres mehr als 17'000. Ertrunken sind im Jahr 2014 bislang 48 gegenüber 28 im Jahr 2013.

Bei der neuen EU-Mittelmeermission Triton geht es vorrangig darum, die EU-Seegrenzen zu sichern, weniger um die Rettung von Flüchtlingen. Viele EU-Staaten sehen sich allerdings nicht in der Pflicht. Die britische Regierung verweigerte in der vergangenen Woche eine Mitwirkung mit dem Argument, Hilfe führe zu noch mehr Toten, weil sie Migranten erst zu gewagten Überfahrten ermutige.

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SDA-ATS