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Beim schwersten Anschlag auf Christen in Pakistan seit Jahren haben Selbstmordattentäter am Sonntag Dutzende Menschen getötet. Zwei Angreifer sprengten sich in die Luft, als Gottesdienstbesucher gerade eine Kirche in der Stadt Peshawar nach der Sonntagsmesse verliessen.

Mindestens 78 Menschen kamen nach Regierungsangaben ums Leben. Unter ihnen seien 34 Frauen und sieben Kinder, sagte Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan. Mehr als 145 Menschen wurden bei dem Doppelanschlag nach Abschluss des Gottesdienst verletzt.

Der Leiter der örtlichen Polizeiwache, Muhammed Noor, sagte, in der Kirche sei gerade das Abschlussgebet gebetet worden. Vor dem Gotteshaus habe die Verteilung von Essen begonnen, als die beiden Selbstmord-Attentäter sich dort in die Luft sprengten.

Taliban bekennen sich zu Anschlag

Ein Augenzeuge sagte dem Sender Geo TV, mindestens 600 Gläubige seien zu dem Zeitpunkt auf dem Kirchenareal versammelt gewesen. Nach Polizeiangaben trug jeder der beiden Attentäter sechs Kilo Sprengstoff bei sich.

Zu dem Anschlag bekannte sich die militante Gruppe TTP Jundullah mit Verbindungen zu den Taliban. "Dies sind Feinde des Islam, deshalb nehmen wir sie ins Visier", erklärte ein Sprecher. "Wir werden unsere Angriffe auf nicht-Muslime auf pakistanischem Boden fortsetzen."

Bischof Sadiq Daniel, der den anglikanischen Kirchen in Pakistan vorsteht, forderte einen besseren Schutz der Gotteshäuser. Er kündigte eine dreitägige Trauer an, bei der alle christlichen Bildungs- und Sozialeinrichtungen geschlossen blieben. In christlichen Spitälern würde nur die Notaufnahme geöffnet.

Sharif verurteilt Tat

Premierminister Nawaz Sharif verurteilte den Anschlag. Es sei gegen die Lehren des Islams und aller Religionen, Unschuldige anzugreifen, hiess es in einer Mitteilung. "Terroristen haben keine Religion."

Sharif versucht seit seiner Amtsübernahme im Juni, Gespräche mit der TTP in die Wege zu leiten. Bislang sind diese Versuche erfolglos geblieben. Die Taliban setzen ihre Gewalttaten unbeirrt fort. Der Anschlag dürfte die Bemühungen Sharifs weiter erschweren.

Diskriminierte Christen

Christen in Pakistan klagen besonders im Zusammenhang mit den international umstrittenen Blasphemiegesetzen des Landes über Diskriminierung. Erst im Juli wurde ein Christ als Gotteslästerer zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die mögliche Todesstrafe wegen Blasphemie wurde bisher nicht vollstreckt, doch wurden mehrere Angeklagte nach ihrer Freilassung von Islamisten gelyncht. Nicht-Muslime - darunter Christen und Hindus - stellen weniger als fünf Prozent der rund 180 Millionen Pakistaner.

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SDA-ATS