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Mindestens zwei Tote bei IS-Angriff auf TV-Sender in Kabul

Ein Soldat eskortiert gerettete Mitarbeiter des TV-Senders.

KEYSTONE/EPA/JAWAD JALALI

(sda-ats)

Der Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf einen grossen TV-Sender in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist beendet. Mindestens zwei Menschen wurden dabei getötet.

Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch. Die Toten hätten dem Wachpersonal angehört, bei den Verletzten handle es sich um einen Mitarbeiter und vier Feuerwehrleute. Augenzeugen berichteten von vielen Verletzten, die sich teils blutverschmiert über die Aussenmauern des Geländes retten konnten.

Knapp drei Stunden nach Beginn des Anschlags nahm der Sender sein Programm wieder auf, um als erster über das Ende des Angriffs zu berichten. "Nach Angaben des Kommandants der Spezialkräfte wurden alle Mitarbeiter, die sich im Gebäude aufhielten, gerettet."

Die Fernsehbilder zeigten unter anderem Reporter und Techniker, die offenbar wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt waren, während noch Spezialkräfte im Haus waren. Danisch sagte, am Angriff seien drei Bewaffnete beteiligt gewesen.

Die Terrormiliz IS bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zur Attacke. Die radikalislamischen Taliban hatten zuvor im Kurzbotschaftendienst Twitter erklärt, nicht für den Angriff verantwortlich zu sein.

Schüsse und Explosionen

Gegen 10.45 Uhr am Morgen (Ortszeit) hatte sich offenbar zuerst ein Selbstmordattentäter am Tor des Senders in die Luft gesprengt. Dann waren laut Polizei die Angreifer in das Haus gerannt.

"Das ist ein Angriff auf die Freiheit der Medien, aber sie können uns nicht zum Schweigen bringen", sagte der Chefredaktor des Senders, Abed Ehsas, der verletzt wurde, von einem Klinikbett aus dem Sender Tolo TV.

Die Angreifer hätten Polizeiuniformen getragen, sagte Ehsas. "Sie haben Handgranaten auf unsere Wächter geworfen." Dann seien sie in die Büros gestürmt und hätten auf jeden geschossen, den sie gesehen hätten. Die meisten Mitarbeiter seien entkommen, einige seien aus Fenstern gesprungen.

Ein Augenzeuge, der in der Nachbarschaft lebt, Mudschib Hanan, zählte mindestens drei Explosionen. Dann sah er "blutverschmierte Menschen" über die Mauer des Senders klettern. Ein Schamschad-Kameramann, Nusrat Dewguli, erzählte, dass er mit vielen Kollegen aus dem zweiten Stock des Hauses auf das Gelände des benachbarten Olympia-Stadions entkommen sei.

18. Anschlag des Jahres

Es ist bereits der 18. schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr. Der IS war für mehrere der grausamsten davon verantwortlich - darunter eine mehrstündige Schiesserei in einem Militärspital, bei der mindestens 49 Menschen starben. Erst am 20. Oktober hatte sich ein Selbstmordattentäter des IS in einer schiitischen Moschee in West-Kabul in die Luft gesprengt und 71 Menschen getötet.

Es war auch ein besonders blutiges Jahr für afghanische Journalisten. Das Afghanische Sicherheitskomitee für Journalisten (AJSC), das Angriffe auf Medien registriert, hat in seinem Halbjahresbericht 73 Fälle von Gewalt aufgeführt - 35 Prozent mehr als 2016. Zehn afghanische Journalisten seien zwischen Januar und Ende Juni getötet worden.

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