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Hunderte Mitarbeitende der Merck-Pharmatochter Merck Serono haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Sie protestierten damit gegen den Entscheid der Führung von Merck Serono, den Standort Genf zu schliessen.

Der Streik soll am Donnerstag fortgesetzt werden. Dies entschied das Personal an einer Versammlung mit grosser Mehrheit, wie die Gewerkschaft Unia am Mittwochabend mitteilte. Auch eine Demonstration im Stadtzentrum ist geplant. Die symbolische Besetzung des Haupteingangs des Firmengebäudes soll ebenfalls weitergeführt werden.

Das Personal wolle so den Druck auf die Führung von Merck Serono beibehalten, damit der Sozialplan verbessert werde. Zudem sollen die Behörden dazu bewegt werden, die Rettung der Arbeitsplätze in Genf voranzutreiben.

Der Streik sei eine "direkte Reaktion auf die beispiellose Arroganz der Direktion, die sämtliche Vorschläge der Gewerkschaft und des Personals ablehnte", schreibt die Unia. Mit der Beteiligung am Streik zeigte sich die Gewerkschaft zufrieden. Die Aktivitäten von Merck Serono seien dadurch "massiv verlangsamt" worden.

"Camp der Empörten"

Am Dienstag hatte die Führung von Merck Serono mitgeteilt, an den Plänen zur Schliessung des Standorts Genf festzuhalten. In der Stadt an der Rhone werden deshalb 1250 Arbeitsplätze gestrichen - teilweise werden die Stellen nach Deutschland, China oder in die USA verlagert, teilweise werden sie ganz eingespart. Auf im Rahmen des Konsultationsverfahren eingebrachte alternative Vorschläge zur Schliessung des Standort Genfs war Merck Serono nicht eingetreten.

Aus Protest gegen den Entscheid haben Mitarbeitende in Zelten vor dem Firmengebäude übernachtet. Das so genannte "Camp der Empörten" war am Dienstag errichtet worden. Letzte Nacht hätten rund 15 Personen dort übernachtet, sagte eine Vertreterin des Personals der Nachrichtenagentur sda. "Diese Nacht werden wir mehr sein."

Auch in Deutschland ist ein Stellenabbau bei Merck geplant. Wie viele Jobs dort auf der Kippe stehen, ist zwar noch unklar. Vertreter der Arbeitnehmenden rechnen aber damit, dass rund 900 Stellen - fast zehn Prozent - wegfallen könnten.

SDA-ATS