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Mitglied eines Pädophilen-Netzwerkes in Yverdon vor Gericht

In Yverdon VD steht ein Schweizer vor Gericht, der Mitglied eines weltweiten Pädophilennetzwerks im Internet war. Der Mann stellte auch Bilder seiner Töchter ins Netz.

Der heute 48-jährige Angeklagte flog im Rahmen der Operation "Delego" auf. Den USA gelang es 2011, ein ausgedehntes Pädophilennetzwerk aufzudecken, das in einem Dutzend Länder operierte. Insgesamt wurden 72 Personen angeklagt, drei von ihnen in der Schweiz.

Der Angeklagte war bereits 2005 in Genf wegen sexueller Handlungen mit seinen Töchtern verurteilt worden. Von den drei Jahren Haft musste der Mann lediglich 40 Tage absitzen. Die Strafe wurde zugunsten einer ambulanten Therapie ausgesetzt.

Manipulativer Frauenheld

Dem kaufmännischen Angestellten, der als manipulativer Frauenheld beschrieben wird, gelang es, sein ganzes Umfeld zu täuschen - Therapeuten inklusive. Ab 2009 wurde er in der Welt der Pädophilen im Internet rückfällig - einer Welt mit tiefen Abgründen, wie das Gericht beim Studium der Ermittlungsakten feststellte.

Das Gericht wurde nicht nur mit Tausenden von einschlägigen Fotografien im Internet konfrontiert, sondern stiess auch auf "eine hausgemachte Produktion". Das Netzwerk war hierarchisch organisiert mit Allerweltskonsumenten, aber auch VIP- oder Super-VIP-Mitgliedern, die selbst auf den Auslöser drücken mussten.

Rückfällig aus Frustration

Während der Verhandlung brach der Mann immer wieder in Tränen aus. Er schäme sich sehr für sein Handeln, sagte er. Seine Taten erklärte er mit einer "grossen sexuellen Frustration" und der fehlenden sexuellen Beziehung zu seiner Frau, von der er heute getrennt ist.

Von Kindern habe er sich nie angezogen gefühlt, aber beim Betrachten der Fotografien im Internet habe er sexuelle Regungen empfunden. "Ich habe nur an mich gedacht, ich wollte dieses abnorme Verhalten befriedigen", selbst mit den eigenen Töchtern. Von ihnen zirkulieren noch heute Bilder im Internet.

Gemäss Anwalt der einen Tochter gibt es eine sehr starke verführerische Beziehung zwischen dem Vater und seinen Töchtern. Ohne das Eingreifen des Jugendschutzamtes hätte seine Mandantin ihren Vater niemals angezeigt.

Die heute 21-jährige Frau forderte das Gericht denn auch auf, ihrem Vater zu vergeben, wie sie ihm bereits vergeben habe. Der Angeklagte sei ihr Vater und immer für sie da gewesen. Was er getan habe, sei schlimm, aber sie lebe heute ein normales Leben.

Der Prozess wird am morgigen Mittwoch fortgesetzt.

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