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Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat in Mailand ein grosser Mafiaprozess gegen 118 mutmassliche Mitglieder der kalabrischen 'Ndrangheta begonnen. Die Liste der Vorwürfe reicht von der Bildung einer kriminellen Vereinigung über Waffen- und Drogenhandel bis hin zu Erpressung, Wucher und Mord.

Für eines der aufwendigsten Verfahren gegen die organisierte Kriminalität seit Jahren wurde der Gerichtsschauplatz in einen "Bunker" verwandelt, wie Reporter festhielten. Alle Angeklagten waren bei einer umfassenden Anti-Mafia-Aktion im Juli vergangenen Jahres festgenommen worden.

Mehr als 170 mutmassliche Mafiosi schnappten die Sondereinheiten im Juli 2010 allein in der Lombardei, in Kalabrien waren es etwa 120. Für 39 von ihnen hatte schon Anfang Mai ein gesondertes Verfahren begonnen. Insgesamt wurden bei der Operation "Il crimine" (Das Verbrechen) der italienischen Sondereinheiten mehr als 300 Verdächtige gefasst.

Mächtigste Mafia-Organisation

Die kalabrische 'Ndrangheta ist vor der sizilianischen Cosa Nostra, der apulischen Sacra Corona Unita und der kampanischen Camorra gegenwärtig die mächtigste Mafia-Organisation in Italien.

Mit ihren Ermittlungen konnten die Staatsanwaltschaften in Mailand und Reggio Calabria im vergangenen Jahr erstmals dokumentieren, wie die 'Ndrangheta verschiedene Wirtschaftsbereiche unterwandert - und bei weitem nicht nur in Süditalien.

Kalabrien und Lombardei als Zivilkläger

Wie italienische Medien berichteten, wollen die Regionen Kalabrien und Lombardei als Zivilkläger dieses Prozesses auftreten. Darüber wird das Mailänder Gericht am Donnerstag kommender Woche entscheiden.

Am Mittwoch hatte die italienische Polizei erneut 151 mutmassliche 'Ndrangheta-Mitglieder festnehmen können - den Grossteil von ihnen in der norditalienischen Region Piemont.

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SDA-ATS