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Wegen der Botox-Hetze gegen SRF-Moderatorin Katja Stauber soll Erwin Kessler mit 6000 Franken gebüsst werden. Der Radikal-Tierschützer verlangte am Dienstag vor Gericht einen Freispruch. Das Urteil steht noch aus.

Die Auseinandersetzung zwischen der prominenten "Tagesschau"-Moderatorin und Kessler begann vor fünf Jahren. Der Präsident des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) behauptete in mehreren Internet-Beiträgen, die damals 45-jährige Stauber habe ihre Falten mit Botox behandeln lassen und sich somit der Tierquälerei schuldig gemacht.

Die Serie gipfelte in der Frage "Wie hässlich ist die Botox- Moderatorin Stauber wirklich?" und der Veröffentlichung unvorteilhafter Standbilder. Stauber erstattete Anzeige wegen Persönlichkeitsverletzung.

Kessler missachtet Verbot

Kessler wurde durch alle Gerichtsinstanzen hindurch verurteilt und unter Androhung einer Busse verpflichtet, die Texte im Internet zu entfernen. Zudem verbot ihm das vom Bundesgericht geschützte Urteil, weitere Äusserungen über Katja Stauber im Zusammenhang mit Tierquälerei oder Botox-Präparaten zu veröffentlichen.

Der im Thurgau wohnhafte Kessler pfiff auf das Urteil. Deshalb stand er am Dienstag vor dem Bezirksgericht Münchwilen. Er habe Stauber im Internet weiterhin der Tierquälerei beschuldigt und nicht verhindert, dass VgT-Anhänger die Moderatorin bei verschiedenen Kundgebungen diffamierten, heisst es in der Anklageschrift.

Wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen und mehrfacher Nichtverhinderung einer strafbaren Veröffentlichung verlangt die Thurgauer Staatsanwaltschaft eine Busse von 6000 Franken.

Katja Stauber, die im Strafprozess als Privatklägerin auftritt und sich am Dienstag von einer Anwältin vertreten liess, verlangte einen Schuldspruch und eine "angemessene Busse".

Stauber als Vorbild

Katja Stauber lasse sich nachweislich regelmässig das Nervengift Botox spritzen, um ihre Gesichtsfalten zu straffen, sagte Erwin Kessler. Sie habe den Gebrauch von Botox nie bestritten. Als Moderatorin des "Schweizer Staatsfernsehens" habe Stauber eine Vorbildfunktion und müsse sich öffentliche Kritik gefallen lassen.

Jede Produktionseinheit des Faltenglättungsmittels werde mit Tierversuchen hergestellt. Wer sich eines solchen Schönheitsmittels bediene, müsse sich den Vorwurf der Tierquälerei gefallen lassen. "Mit der Total-Zensur will mich die Schweizer Justiz mundtot machen", sagte Kessler.

Deshalb reagiere er fortwährend mit Ungehorsam auf diese krasse Justizwillkür und habe beim Europäischen Menschenrechtshof (EGMR) Beschwerde eingereicht, sagte der 69-jährige Tierschützer.

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SDA-ATS