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Mohammed-Karikaturen sorgen in Südafrika und Pakistan für Aufruhr

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2010 - 17:58 publiziert
(Keystone-SDA)

Johannesburg/Rawalpindi - Der Streit um Mohammed-Karikaturen scheint neu zu entbrennen: In Südafrika hat die angesehene Wochenzeitung "Mail & Guardian" gegen den heftigen Widerstand von Muslimen eine umstrittene Mohammed-Karikatur veröffentlicht.
Ein Gericht in Johannesburg hatte am Donnerstag den Antrag des Rates muslimischer Theologen in Südafrika zurückgewiesen, die Mohammed-Karikatur zu verbieten. Die Zeichnung des preisgekrönten Zeichners Jonathan Shapiro zeigt einen mürrischen Bartträger beim Psychiater, der sich darüber beschwert, dass "andere Propheten Anhänger mit Sinn für Humor haben".
Die Karikatur nimmt Bezug auf die Kontroverse in Pakistan. Dort waren staatliche Behörden wegen angeblich "gotteslästerlicher Karikaturen" gegen die Internet-Plattformen Facebook und Youtube eingeschritten.
Tausende von Pakistanis protestierten in verschiedenen Orten teilweise mit Strassenbarrikaden gegen Facebook und YouTube. "Tod für Facebook" und "Tod für Molly" skandierten die Demonstranten in der ostpakistanischen Stadt Multan in Anspielung auf die US-Journalistin Molly Norris, die als Initiatorin der Facebook-Initiative zum Zeichnen von Mohammed-Karikaturen gilt.
Sie hat sich inzwischen von der Aktion distanziert und sich bei den Muslimen entschuldigt. In der nordwestlichen Metropole Peshawar verbrannten kleine Gruppen von Demonstranten US-Flaggen und forderten "Tod den Kreuzfahrern und den Juden".
Pakistans Aussenministerium verurteilte die Facebook-Karikaturen als "beleidigende Angriffe auf die Gefühle der Muslime in aller Welt." In Pakistan waren diese Woche Youtube und Facebook wegen "zunehmender gotteslästerlicher Inhalte" gesperrt worden.
Da die Karikaturen" auch auf anderen Sites erschienen, wurde auch der Zugang zur Foto-Plattform Flicker und zur Online-Enzyklopädie Wikipedia erschwert. Insgesamt seien über 450 Internetlinks blockiert worden, hiess es.

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