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Russland will sichergehen, dass das russische Embargo auf Nahrungsmittel aus der EU nicht via Schweiz umgangen wird. Moskau fordert deshalb von der Schweiz die Verkaufszahlen ihrer Exporte nach Russland.

Die russischen Behörden hätten die Schweizer Botschaft in Moskau in diesem Zusammenhang am Dienstag kontaktiert, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch mit. Es bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Radio RTS. Die Anfrage sei an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden, schreibt das EDA weiter.

Im RTS-Bericht wird die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti mit der Behauptung zitiert, der Import von Früchten und Gemüsen aus der Schweiz habe sich seit Inkrafttreten des russischen Embargos auf die Lebensmittel aus der EU verdoppelt.

Moskau hege den Verdacht, die Schweiz werde von der EU dazu benutzt, ihr Obst und Gemüse nach Russland zu verkaufen und so die russischen Sanktionen zu umgehen. Diese hatte der Kreml als Reaktion auf die westlichen Sanktionen im Kontext des Ukraine-Konflikts verhängt.

Deutlicher Anstieg der Nachfrage

Marc Wermelinger von Swisscofel, dem Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, kann eine starke Zunahme der Exporte nach Russland in diesem Jahr bestätigen. Die Menge habe sich mindestens verdreifacht - wenn nicht sogar verzehnfacht. Er schätzt das Exportvolumen wischen August und Ende Oktober auf 1000 Tonnen - das entspreche einem Drittel der gesamtschweizerischen Exporte.

"Man muss verstehen, dass Russland überall nach Obst und Gemüse Ausschau hält", sagte Wermelinger auf Anfrage. "Bisher war die Schweiz gegenüber der EU nicht konkurrenzfähig. Denn diese hat mit Russland ein Freihandelsabkommen". Die Zölle auf Schweizer Produkten betrügen hingegen zwischen 20 und 40 Prozent des Warenwerts.

Aber seit dem russischen Embargo hätten Schweizer Früchte und Gemüse eine Chance.

Ökonomischer Unsinn

Wermelinger glaubt aber nicht, dass die Sanktionen über die Schweiz umgangen werden. Denn EU-Produkte in die Schweiz zu importieren und hohe Zölle darauf zu zahlen, um diese Produkte dann weiter nach Russland zu exportieren - falsch deklariert und ein zweites Mal verzollt - wäre ein ökonomischer Unsinn.

Schweizer Händler, die sich auf einen solchen Betrug einlassen, würden dabei ausserdem ihr Recht auf Ein- und Ausfuhr von Waren riskieren und dazu eine saftige Busse.

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SDA-ATS