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Moskau sagt umstrittene Stalin-Plakatkampagne ab

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 12:08 publiziert
(Keystone-SDA)

Moskau - Im Streit um Plakate mit dem Porträt des Sowjetdiktators Josef Stalin hat der Kreml offensichtlich ein Machtwort gesprochen. Bei den Feiern zum 65. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai soll es aus Rücksicht auf internationale Gäste in Moskau keine grossen Stalin-Poster geben.
Bürgermeister Juri Luschkow habe sich dem Druck aus dem Kreml beugen müssen, berichtete die Zeitung "Wedomosti" unter Berufung auf Vertreter der Regierungspartei Einiges Russland.
Moskaus Vize-Bürgermeisterin Ljudmila Schwetsowa sagte der Zeitung "Kommersant", die Stalin-Poster würden nicht mehr wie geplant im Stadtbild zu sehen sein, sondern stattdessen in geschlossenen Räumen wie Kriegsmuseen ausgestellt werden. Die Veteranen selbst wollten aus Angst vor Vandalismus die Plakate nicht mehr aufhängen lassen, sagte sie.
Der im Februar bekannt gewordene Plan, den 1953 gestorbenen Diktator Stalin bei der Parade zum Kriegsende mit Porträts und Informationstafeln zu würdigen, hatte in Russland eine heftige Debatte ausgelöst.
In Moskau war befürchtet worden, dass ausländische Staatsgäste ihre Teilnahme an den Siegesfeiern wegen der Stalin-Würdigung absagen. Das von Präsident Dmitri Medwedew eingesetzte Organisationskomitee kündigte an, die Stalin-Plakate nicht aufhängen zu wollen.
Die Bewertung Stalins ist in Russland umstritten. Viele Veteranen sehen den Diktator als Helden, der die Sowjetunion zum Sieg über Hitler geführt habe. Dagegen betonte etwa auch der russische Kulturminister Alexander Awdejew, dass allein das sowjetische Volk Hitler besiegt habe.
Andere wiederum sehen in Stalin vor allem einen Massenmörder, der für den Tod von Millionen von Menschen unter anderem auch in Straflagern (Gulag) verantwortlich ist. Stalin beherrschte die Sowjetunion von 1927 an bis zu seinem Tod 1953.

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