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Ein Einbrecher ist am Donnerstag in Genf zu neun Jahren Haft verurteilt worden, weil er in Genf und Luzern Edelbijouterien ausgeraubt hatte. Er wurde von der Strafkammer des bandenmässigen Raubes schuldig gesprochen.

Ausserdem muss der Verurteilte eine Genugtuung für den Genfer Bijoutier von 10'000 Franken und rund 400'000 Franken Schadenersatz bezahlen. Der Mann, ein 39-jähriger Montenegriner, der möglicherweise ein Mitglied der Einbrecherbande "Pink Panther" ist, war des zweifachen schweren Raubes und des zweifachen schweren Raubversuchs angeklagt.

Er soll im März 2012 an einem Raubüberfall auf eine Bijouterie in Luzern beteiligt gewesen sein, wo 78 Uhren im Wert von fast 1,3 Millionen Franken gestohlen wurden. Der Raubüberfall war offenbar minutiös geplant und dauerte weniger als 90 Sekunden.

Die Angestellten wurden mit einer Schreckschusspistole bedroht. Die Polizei entdeckte die Räuber gleichentags in einer Wohnung 60 Kilometer von Luzern entfernt. Ausser einer Uhr kam die gesamte Beute wieder zum Vorschein.

Grosse Beute in Genf

Der Überfall in Genf fand schon 2009 statt. Mit drei Komplizen soll der Verurteilte die Edelbijouterie überfallen, das Personal mit Waffengewalt ausser Gefecht gesetzt und Schmuck im Wert von 2,6 Millionen Dollar gestohlen haben.

Die Raubversuche gehen auf die Jahre 2003 und 2008 zurück, als der Mann in der Zürcher Bahnhofstrasse Luxusbijouterien überfallen wollte.

Im aktuellen Prozess wertete die Richterin vor allem das bandenmässige Handeln und die grosse Zerstörung der überfallenen Geschäfte als erschwerende Umstände. Die Schuld wiege schwer, sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung am Donnerstag. Der Verurteilte habe mit grosser Professionalität gehandelt. Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre Haft gefordert.

Tränen im Gerichtssaal

Der Angeklagte gestand zwar, verweigerte jedoch vor Gericht jegliche Aussage zu seinen Komplizen. Er entschuldigte sich jedoch mehrmals für seine "Dummheiten" und äusserte Reue. Als er von seinem Sohn sprach, den er noch nie habe in den Armen halten können, brach er in Tränen aus.

Der Prozess fand unter Hochsicherheitsmassnahmen statt. Grund dafür waren die spektakulären Ausbrüche von mutmasslichen "Pink Panther"-Mitgliedern im Kanton Waadt. Bewaffnete Polizisten waren sichtbar stationiert und ein Helikopter drehte regelmässige Runden. Im Inneren bewachten Spezialeinsatzkräfte den Angeklagten.

Die Verteidigung hat am Donnerstag bereits angekündigt, Rekurs einlegen zu wollen. "Man hat das äussere Erscheinungsbild verurteilt, nicht den Mann", sagte der Verteidiger.

Die Mitglieder der Bande "Pink Panther" stammen aus den Ländern des früheren Jugoslawiens. Die Bande wird für über hundert Einbrüche und Raubüberfälle auf Schmuckgeschäfte in Europa verantwortlich gemacht. Den Spitznamen erhielten die Räuber von britischen Ermittlern, die einen gestohlenen Edelstein in einem Tiegel Gesichtscreme fanden - wie die Polizei in der Krimikomödie mit Peter Sellers von 1963.

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SDA-ATS