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Eine Woche nach dem Terroranschlag beim Boston Marathon ist gegen einen der mutmasslichen Attentäter Anklage erhoben worden. Der 19-jährige Dschochar Zarnajew muss sich vor einem Zivilgericht wegen des Gebrauchs von Massenvernichtungswaffen verantworten.

Eine Richterin verlas dem durch mehrere Schusswunden Verletzten am Montag die Anklageschrift am Krankenbett in einer Bostoner Klinik. Dem Angeklagten droht die Todesstrafe.

Zarnajew solle für den Tod von drei Menschen und die Verletzungen von 200 weiteren zur Verantwortung gezogen werden, teilte US-Generalstaatsanwalt Eric Holder in Washington mit. Ausserdem für die Zerstörung, die die Bomben am 15. April im Zielbereich des Marathons anrichteten.

Sein Bruder und mutmasslicher Komplize Tamerlan Zarnajew war bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei am Freitag ums Leben gekommen.

Täter handelten allein

Wie der US-Sender CNN am Montag unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtete, habe der 19-Jährige den Ermittlern zu verstehen gegeben, dass sein älterer Bruder die treibende Kraft hinter Planung und Ausführung des Anschlags gewesen sei und dass der 26-Jährige mit der Tat den Islam habe verteidigen wollen.

Den Angaben zufolge handelten die Brüder allein. Eine internationale Terrororganisation stecke nicht hinter der Tat, soll Dschochar Zarnajew erklärt haben.

Während der Anklageverlesung sei Zarnajew "wach, mental aufnahmefähig und bei klarem Verstand" gewesen, gab Richterin Marianne B. Bowler zu Protokoll. Auf die Frage, ob der infolge seiner Verletzungen sprechunfähige Angeklagte in der Lage sei, einige Fragen zu beantworten, habe er deutlich genickt.

Ein einziges Wort habe Zarnajew gesagt und dies sei ein "Nein" auf die Frage gewesen, ob er sich einen Anwalt leisten könne.

Zuvor hatte die US-Regierung erklärt, der 19-Jährige komme nicht vor ein Militärgericht. Damit hat Zarnajew das Recht, zu den Vorwürfen zu schweigen und einen Anwalt hinzuzuziehen. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN soll der Prozess am 30. Mai beginnen.

Symbolischer Schlussspurt

Genau eine Woche nach dem Bombenanschlag gedachten die Bewohner des US-Bundesstaates Massachusetts am Montag in einer Schweigeminute der Opfer. Auf den Punkt um 14.50 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt der ersten Explosion, stand das Leben für eine Minute still.

Eine Gruppe von Teilnehmern am Boston-Marathon lief die Strecke am Montag symbolisch zu Ende. "Es ist toll, Teil dieser Gruppe zu sein und zu zeigen, dass diese Stadt zwar verletzt wurde, aber nicht am Boden liegt", sagte eine Läuferin dem Sender CNN. Der Marathon war nach den Explosionen am 15. April abgebrochen worden.

Von den Verletzten des Anschlags befindet sich anscheinend niemand mehr in kritischem Zustand. "Ich bin zuversichtlich, dass wir keinen Patienten verlieren werden", sagte George Velmahos, Traumaspezialist des örtlichen Massachusetts General Hospital, vor Journalisten.

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SDA-ATS