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Köln - Einen Tag nach seiner Überstellung aus Polen ist ein mutmasslicher Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad in Deutschland gegen Kaution freigelassen worden. Der Haftbefehl gegen den Mann wurde aufgehoben, wie der Kölner Oberstaatsanwalt Rainer Wolf am Freitag sagte.
Damit kann sich der unter dem Aliasnamen Uri Brodsky auftretende Mann frei bewegen und auch Deutschland verlassen. Brodsky habe eine "angemessene Kaution" hinterlegt, sagte Wolf. Ihm sollte eigentlich in Deutschland der Prozess wegen Urkundenfälschung gemacht werden.
Der mutmassliche Agent soll in die Vorbereitungen zu einem Mord an einem Spitzenmann der palästinensischen Hamas in Dubai verwickelt gewesen sein. In Deutschland hätte ihm lediglich eine Geldstrafe wegen Urkundenfälschung gedroht.
Das Verfahren gegen ihn könnte nun ohne Hauptverhandlung gegen eine Geldauflage eingestellt werden, die aus der hinterlegten Sicherheitsleistung gezahlt werden könnte. Über die Höhe der Kaution wurde Stillschweigen vereinbart.
In Polen verhaftetBrodsky war am 4. Juni in Warschau aufgrund eines von Deutschland ausgehenden europäischen Haftbefehls verhaftet worden. Dem mutmasslichen Agenten wurde von deutscher Seite die Verwendung falscher Dokumente und Tätigkeit für ausländische Geheimdienste vorgeworfen.
Ein Berufungsgericht in Warschau bewilligte am 5. August seine Auslieferung nach Deutschland. Dabei liess das Gericht in Warschau aber nur den Vorwurf der Verwendung falscher Dokumente als Auslieferungsgrund zu, nicht aber den Spionagevorwurf. Damit konnte die deutsche Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben den Mann nicht wegen möglicher Spionagetätigkeit anklagen.
Attentat gegen Hamas-Anführer in DubaiBrodsky soll im Frühjahr 2009 einen weiteren mutmasslichen Mossad-Agenten bei der Beantragung eines deutschen Passes beim Einwohnermeldeamt Köln begleitet haben. Der illegal beschaffte Pass auf den Namen "Michael Bodenheimer" soll bei der Ein- und Ausreise einer Gruppe von Mossad-Agenten in das Emirat Dubai im Januar verwendet worden sein.

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SDA-ATS