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Der 31-jährige Mann, der am vergangenen Donnerstagabend in seiner Wohnung in Altstätten SG einen jungen Mann mit einer Armeewaffe angeschossen hat, war der Polizei bekannt. Die Polizei wusste auch, dass der Tatverdächtige ein illegales Sturmgewehr hatte.

Ein Bekannter des Mannes sagte in einem Beitrag von "Schweiz aktuell" des Schweizer Fernsehens SF vom Montagabend, er habe den Polizeiposten Altstätten darüber informiert, dass der 31-Jährige ein geladenes Sturmgewehr zu Hause habe.

Polizeisprecher Hans Peter Eugster sagte im selben Fernsehbeitrag, es sei keine solche Meldung aktenkundig. Eine Frau habe jedoch gegen den 31-Jährigen Anzeige wegen Stalkings und Nötigung erstattet.

In einem Communiqué vom Dienstagnachmittag korrigierte die St. Galler Kantonspolizei die Aussagen des Mediensprechers. Der Bekannte habe die Polizei in Altstätten anlässlich einer Befragung wegen der Anzeige durch die Frau beiläufig über die geladene Militärwaffe informiert. Weil der Befragte jedoch keine Anzeige erstattete, habe der Polizist keinen Anlass für eine Intervention gesehen.

Für die Rücknahme der Waffe, die der Tatverdächtige bereits im Jahr 2006 hätte abgeben sollen, sei die Armee verantwortlich. "Die Polizei könnte eine Dienstwaffe zwar einziehen, allerdings müsste dazu ein grosses Gefährdungspotenzial bestehen", heisst es im Polizei-Communiqué weiter.

Waffe illegal

Wie Walter Frik, stellvertretender Informationschef der Schweizer Armee, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte, wusste die Armee nichts von einer möglichen Gefährdung durch den 31-Jährigen. "Wir wurden von der St. Galler Kantonspolizei nicht entsprechend informiert", sagte Frik.

Der Mann hätte sein Sturmgewehr und die Taschenmunition bereits im Jahr 2006 abgeben sollen. Er sei mehrmals per eingeschriebenem Brief aufgefordert worden, die Waffe abzugeben, habe jedoch nie reagiert.

Auf einer Liste der noch abzurüstenden Wehrmänner steht der mutmassliche Schütze seit Februar 2012, dies aufgrund einer nach dem Vorfall in Schafhausen BE vom vergangenen Jahr angeordneten Überprüfung aller noch offenen Fälle. Der 31-Jährige wäre demnächst durch die Militär-Polizei entwaffnet worden, sagte Frik.

Opfer stabil

Der 31-jährige Mann wird verdächtigt, am Donnerstagabend in seiner Wohnung in Altstätten einen 24-jährigen Mann angeschossen zu haben. Das Opfer wurde schwer verletzt und in kritischem Zustand ins Spital geflogen. Inzwischen ist der Zustand des Angeschossenen laut Polizei stabil.

SDA-ATS