Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Nach der folgenschweren Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa sind insgesamt 111 Leichen geborgen worden. Dutzende weitere Körper seien aber noch im Wrack des gesunkenen Bootes, sagte Innenminister Angelino Alfano dem TV-Sender Canale 5.

Das Wrack befindet sich in einer Tiefe von rund 40 Metern. Nur gut 150 der rund 500 Menschen an Bord des Schiffes konnten gerettet werden. Deshalb befürchten die Rettungskräfte, dass bei der Tragödie Hunderte Menschen ums Leben gekommen sind. Die Bergungsteams setzten ihre Arbeit im Mittelmeer die gesamte Nacht über fort, trotz starken Windes.

Am Donnerstag hatte das Flüchtlingsboot vor der Nachbarinsel Isola dei Conigli Feuer gefangen und war gekentert. Viele der afrikanischen Migranten an Bord konnten nicht schwimmen und sich nicht selbst in Sicherheit bringen.

Für Freitag hatte Italien einen Tag der Staatstrauer ausgerufen. Vielerorts sollte es Schweigeminuten geben; auf Lampedusa blieben die Geschäfte geschlossen.

Feuer entfacht

Die Flüchtlinge stammten grösstenteils aus Eritrea und Somalia und waren in Libyen Richtung Lampedusa aufgebrochen. Einige Überlebende berichteten, sie hätten ein Feuer an Deck entfacht, in der Hoffnung, vorbeifahrende Schiffe auf sich aufmerksam zu machen.

Dabei merkten sie nicht, dass sich Benzin auf dem Deck befand. Das Boot geriet in Flammen, in Panik geratene Migranten sprangen ins Wasser. Dabei kippte das ganze Boot um und sank später.

Strengere Gesetze

Angesichts des Flüchtlingsdramas forderte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano eine Überprüfung der Gesetzeslage. Normen, die eine Aufnahmepolitik verhinderten, sollten geändert werden, sagte er in einem Radio-Interview.

Die Gesetze müssten Italien würdig sein und den Grundprinzipien von Menschlichkeit und Solidarität entsprechen, sagte Napolitano nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa auf Radio Vatikan.

SDA-ATS