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Athen - Nach zahlreichen negativen Kommentaren und Reaktionen rudert Griechenland beim Bau eines Grenzzauns gegen die illegale Migration zur Türkei zurück. Der Zaun soll vorerst nicht der gesamten Grenze mit der Türkei entlang gebaut werden.
Wie am Montag aus dem Ministerium für Bürgerschutz verlautete, plant Athen zunächst einen 12,5 Kilometer langen und 3 Meter hohen Zaun entlang der "Schwachstelle" des Grenzflusses Evros bei der Kleinstadt Orestiada.
Am Samstag hatte der griechische Bürgerschutzminister Christos Papoutsis für Aufsehen gesorgt, als er den Bau eines Zauns entlang der gesamten 206 Kilometer langen Grenze zur Türkei ankündigte, um den endlosen Strom illegaler Migranten zu stoppen. Als Vorbild nannte er den Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko.
Zaun ist keine LösungDie Pläne Griechenlands zum Bau eines Grenzzauns stossen bei der EU auf Vorbehalte. Zäune könnten nur eine kurzfristige Lösung sein, sie lösten aber nicht das Problem, sagte der Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Montag in Brüssel.
Die EU-Kommission erwarte von Griechenland, dass es langfristige Lösungen bei Einwanderung und Grenzschutz finde und sein Asylsystem grundlegend reformiere. Der Sprecher sagte aber auch, dass der Grenzschutz im Prinzip Sache der Mitgliedsstaaten sei.
Griechenland überfordert"Der Zaun wird keine Probleme lösen", kommentierte am Montag auch die linksliberale Athener Zeitung "Eleftherotypia". Amnesty International kritisierte, die EU schotte sich als Insel der Reichen ab gegen Menschen, die vor Verfolgung oder krasser Armut fliehen. "Europa stellt sich hier selbst ein Armutszeugnis aus."
Vor zwei Monaten hatte Griechenland unter dem Druck der Migrationswelle die Hilfe der EU-Grenzagentur Frontex angefordert. Seit November arbeiten dort zusammen mit den Griechen 200 Beamte der Frontex. 2010 kamen nach Angaben des Ministers "täglich rund 200 Flüchtlinge" aus der Türkei.
Die EU-Kommission hält die Lage am Evros für alarmierend: Mehr als 80 Prozent der illegalen Einwanderer in die EU reisen inzwischen über Griechenland ein. Das Land ist nach Brüsseler Einschätzung mit dem Ansturm hoffnungslos überfordert.

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SDA-ATS