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Die erste Landung einer Forschungssonde auf einem Kometen ist am Mittwoch womöglich doch nicht so reibungslos verlaufen wie zunächst vermutet. Die Verankerung der Sonde auf der Kometenoberfläche wird überprüft.

Das teilte der technische Projektleiter des Landerteams, Koen Geurts, am Mittwochabend vor Journalisten im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit. Demnach herrschte zunächst Unklarheit über die Standsicherheit der Sonde.

Es gebe "einige Anzeichen", dass die Verankerung des Forschungsroboters "Philae" nicht gewährleistet sei, sagte der Lande-Manager Stephan Ulamec. Das könne bedeuten, dass der Roboter "in weichem Material steckt". "Philae" war am Mittwochnachmittag auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko gelandet.

"Philae" hatte sich am Morgen wie geplant von seiner Muttersonde "Rosetta" abgekoppelt und seinen rund siebenstündigen Weg hinab zur Oberfläche des Chury genannten Kometen angetreten. Korrekturen an der Bahn des Landegerätes waren nicht möglich.

Nach einer mehr als zehnjährigen Reise durch das Sonnensystem hatte die europäische "Rosetta"-Sonde mit "Philae" an Bord am 6. August den Kometen erreicht. Seither umkreiste sie auf einer Umlaufbahn den Himmelskörper. Von der Mission erhoffen sich Wissenschaftler unter anderem neue Erkenntnisse über die Frühzeit des Sonnensystems.

Grosser Jubel

Das Aufsetzen des Labors wird von manchen Experten mit der Mondlandung 1969 verglichen. Im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt löste das Ereignis zunächst grossen Jubel aus. "Der Tag heute ist historisch", sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

"Wir sind die ersten, denen das gelungen ist. Daran wird man sich erinnern." Das Ziel solcher Missionen sei, die Erde besser zu verstehen. "Wir hoffen auf Antworten zum Ursprung des Lebens auf der Erde", meinte der Darmstädter ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, Thomas Reiter.

Jubel auch in der Schweiz: Bundesrat Johann Schneider-Ammann freute sich, dass dieser Höhepunkt des Forschungsprojekts während der Schweizer ESA-Präsidentschaft verbucht werden kann. Auch der Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation, Mauro Dell'Ambrogio, lobte die rekordträchtige "Rosetta"-Mission.

Schweizer Düse streikte

Die Landung gelang, obwohl sich nach ESA-Angaben in der Nacht auf Mittwoch eine Antriebsdüse auf "Philae" nicht aktivieren liess. Diese ist ein Schweizer Fabrikat: Die Firma Realtechnologie in Oberrieden ZH hat sie zusammen mit einer niederländischen Firma gebaut.

In der Landeeinheit "Philae" steckt noch mehr Technologie "Made in Switzerland". Die sieben Mikrokameras auf "Philae", die 360-Grad-Panoramabilder der Kometenoberfläche aufnehmen, wurden von Forschern des Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie (CSEM) in Neuenburg entwickelt. Die Kameras wiegen nur 100 Gramm und halten Temperaturen bis minus 150 Grad aus.

Fieberthermometer für Kometen

Auch eine Art Fieberthermometer für den Kometen wurde von einem Forscher der Universität Bern mitentwickelt. Das Instrument MUPUS besteht zum einen aus Sensoren in den Harpunen, die bei der Landung die Bodenbeschaffenheit massen.

Kurz nach der Landung hämmert sich dann ein 30 Zentimeter langer Glasfaserstab in den Boden, der die Temperatur misst. Daraus wollen die Forscher erfahren, welche Gase in welcher Tiefe verdampfen.

Jahrelang unterwegs

"Rosetta" legte in den vergangenen zehn Jahren rund 6,5 Milliarden Kilometer im All zurück. Die Sonde war mit "Philae" an Bord am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Die Mission soll bis Ende 2015 dauern. "Philae" könnte seine Arbeit aber wesentlich früher einstellen.

Lang im Betrieb ist "Philae" aufgrund der Ladekapazität in den Batterien ohnehin nicht. Der Hauptjob soll in wenigen Tagen erledigt sein. Ob eine Verlängerung für "Philae" möglich ist, war zunächst unklar. Da "Chury" allerdings Richtung Sonne unterwegs ist, dürfte "Philae" die ganze Sache auch zu heiss werden - es droht der Hitzetod.

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