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Die Bürgermeisterin von Turin gerät wegen der Massenpanik während des Public-Viewings des Champions-League-Finals zwischen Juventus Turin und Real Madrid (1:4) unter Druck.

Wegen organisatorischer Mängel bei der Planung des Public Viewings hat die Turiner Staatsanwaltschaft gegen Bürgermeisterin Chiara Appendino Ermittlungen eingeleitet. Zudem werde auch gegen zwei Manager von Gesellschaften ermittelt, die im Auftrag der Gemeinde die Live-Übertragung des Spiels organisiert hatten, berichteten italienische Medien. Bei der Massenpanik auf der zentralen Piazza San Carlo im Herzen der norditalienischen Stadt war eine 38-jährige Frau ums Leben gekommen, über 1500 Personen wurden verletzt.

Mehrere Klagen trafen gegen die Stadtverwaltung ein, deren Sicherheitskonzept lückenhaft gewesen sei, lautet der Vorwurf. Augenzeugen klagten über mangelnde Fluchtwege auf dem Platz, auf dem sich am 3. Juni 30'000 Juventus-Fans versammelt hatten. Ausserdem habe die Stadt kein Verbot verhängt, Glasflaschen auf den Platz zu bringen. Die meisten Fans verletzten sich im Gedränge an den Scherben von Flaschen, die illegal von Strassenhändlern verkauft worden waren. Als Feuerwerkskörper losgingen und Rufe ertönten, dass eine Bombe explodiert sei, war Panik auf dem Platz ausgebrochen. Die Menschen versuchten zu fliehen, im Gedränge stürzten viele zu Boden und wurden niedergetrampelt.

Die Ermittlungen sind ein schwerer Imageschaden für die vor einem Jahr gewählte Bürgermeisterin der populistischen Fünf Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo. Die 33-Jährige war bisher im Gegensatz zu ihrer römischen Parteikollegin, Bürgermeisterin Virginia Raggi, wegen ihrer Effizienz gelobt worden.

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SDA-ATS