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Dichtestress auf den Wasserstrassen in Venedig: Nach zwei tödlichen Unfällen fordern nun auch Politiker rasche Massnahmen. (Themenbild)

KEYSTONE/EPA ANSA/ANDREA MEROLA

(sda-ats)

Nach zwei tödlichen Bootsunglücken in Venedig, bei denen drei Menschen ums Leben gekommen sind, herrscht grosse Aufregung über das starke Verkehrsaufkommen in der Lagune. Politiker fordern strengere Kontrollen.

Wegen Liberalisierungsmassnahmen im öffentlichen Verkehrssystem sei die Zahl der Boote in den vergangenen Jahren stark gestiegen, berichteten die Behörden des Hafens Venedig. Todesfälle seien zwar selten, doch immer wieder komme es in der Lagune zu Verletzungen nach Zusammenstössen zwischen Motorbooten. Starker Verkehr und hohe Geschwindigkeit seien die beiden Hauptprobleme.

Circa 70'000 Boote sind in Venedig registriert, die Zahl nimmt konstant zu. "Der Canal Grande ist ärger als eine Autobahn geworden", kommentierten lokale Medien.

Anarchie auf dem Wasser

Bootsbesitzer würden Geschwindigkeitslimits nicht respektieren, vor allem abseits des Stadtkerns. "Die Stadt ist stark auf Tourismus angewiesen. Mehr Tourismus bedeutet mehr Boote für den Personen- und Warenverkehr", berichtete Marco Agostini, Sprecher der städtischen Polizei.

Unter dem Ponte degli Scalzi, einer der vier Brücken über dem Canal Grande, verkehren 300 Wasserfahrzeuge pro Stunde, vor allem Vaporetti, Taxi-Motorboote und andere Boote. "Venedig ist wie Bangkok", klagten einige Bewohner der Stadt.

Vielen Bootsbesitzer mangle es an nautischen Kenntnissen. Starke Motorboote würden von Jugendlichen geführt, die auf die Geschwindigkeit nicht achten. Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, forderte mehr Polizeieinsatz. "Es muss strengere Kontrollen geben", sagte er.

"Höllische Fahrbahn"

Vor allem die Gondolieri von Venedig beschweren sich wegen des zunehmenden Motorbootverkehrs, der ihre Arbeitsbedingungen deutlich erschwert. Die von immer schnelleren Booten verursachten Wellen brächten die Passagiere der Gondeln in Gefahr, die nur 14 Prozent der Boote ausmachen, die auf dem Canal Grande kreuzen.

Experten warnen seit längerem, die Bedrohung durch wachsenden Schiffs- und Bootsverkehr sei nicht geringer als die Gefahren durch das häufige Hochwasser. Die Jahrhunderte alten Palazzi stehen auf oftmals maroden Holzpfeilern, die dem Druck der Wellen einfach nicht länger standhielten. "Der Canal Grande ist zu einer höllischen Fahrbahn geworden, der Wellengang das Problem Nummer eins in Venedig", warnten lokale Medien.

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SDA-ATS